Lern- und Erklärvideos für den Unterricht erstellen:

Sie wollen als Lehrperson Erklärvideos produzieren? Oder Sie möchten Schüler*innen dazu anleiten, in die Produzentenrolle zu schlüpfen, um selbst Videos herzustellen? In diesem IQES-Beitrag finden Sie Anleitungen und ein Videotutorial mit praktischen Hinweisen, wie Sie mit unterschiedlichen Methoden Erklärvideos herstellen können.

Steckbrief: Lern- und Erklärvideos für den Unterricht

Beschreibung

Lern- und Erklärvideos erfreuen sich seit Jahren immer größerer Beliebtheit. Vor allem die Flipped-Classroom-Methode als bekannteste Ausprägung von Blended Learning löste einen Trend aus, der sich kontinuierlich verstärkt. Dass Schüler*innen häufig YouTube und dort verfügbare Erklärvideos zum Lernen und Arbeiten verwenden, ist dank zahlreicher Studien inzwischen bekannt. Dass aber auch Lehrer*innen in der Breite beginnen, mit Erklärvideos den eigenen Unterricht – zum Beispiel im Rahmen von Blended Learning – weiterzuentwickeln, ist ein relativ neues Phänomen.

Von ganz einfachen Schreibtischaufnahmen bis hin zu hochprofessionellen, fernsehähnlichen Kanälen reicht das Spektrum an Erklärvideos, die inzwischen die Videoportale füllen. Video-Tutorials sind schon seit längerer Zeit in das Lern- und Arbeitsverhalten eigentlich aller Internetnutzer*innen eingegangen. Und mancher Erwachsene, der den Trend zu Erklärvideos und Learning Snacks kritisiert, sucht beim ersten Haushaltsproblem oder der nächsten Wissensfrage per Google und YouTube nach einem passenden Video. Die gesamtgesellschaftlich veränderten Lerngewohnheiten machen sich am stärksten unter Schüler*innen bemerkbar und verändern natürlich auch schulische Lehr-Lernprozesse, die aus schülerorientierter Perspektive gestaltet werden.

Spätestens der durch Corona erzwungene Fernunterricht bewirkte, dass sich auch bisher skeptische Lehrkräfte an Lern- und Erklärvideos wagten, um ihren Schüler*innen weiterhin Unterrichtsinhalte in einem Format vermitteln zu können, das weit über die PDF-Bearbeitung hinaus geht, fundierte Erklärungen ermöglicht und den Schüler*innen vertraut ist.

Pädagogische Wertung

Mit Erklärvideos wird den Schüler*innen ein vertrautes und beliebtes Format der Wissensvermittlung angeboten, das in hybriden Lernszenarien / im Blended Learning strukturierte Lernprozesse und einfache Instruktionsphasen ermöglicht. Verbunden mit anschließenden Übungen, Vertiefungs- und Austausch- und Fragemöglichkeiten kann so mithilfe von Erklärvideos orts- und zeitunabhängig im eigenen Tempo gearbeitet werden. Großer Vorteil im Vergleich zu kommerziellen Lernanbietern: Die Lehrperson kennt ihre Lerngruppe am besten, kann sich in den Erklärvideos auf die Stärken und Schwächen sowie Charakteristika der Lernenden einstellen und mit Bezug zum jeweiligen Lehrplan arbeiten. Sie kann damit auch einem Problem vorbeugen, das häufig bei YouTube-Videos auftritt: deren Inhalte passen nur selten vollständig zu den jeweiligen Lehrplan- oder Kursthemen (und sie sind fachlich nicht immer korrekt bzw. verständnisfördern vermittelt).

Das Erstellen von Lern- und Erklärvideos durch Schüler*innen nach dem Grundsatz „Lernen durch Lehren“ trägt zu einer vielseitigen methodischen Ergebnissicherung und nachhaltigeren Lernphase bei. Schüler*innen werden damit vom Rezipienten zum Produzenten fachbezogener Medienprodukte.

Didaktisch begründet und wohldosiert angewendet – beispielsweise in einem gut geplanten Flipped-Classroom-Konzept oder beim Fernunterricht für Instruktions- und Lernphasen – stellen Erklärvideos ein motivierendes wie differenziert einsetzbares Unterrichtselement dar.

Lernchancen ergeben sich insbesondere über die integrierte Nutzung von Text, Bild, Stimme und Sounds, die zumeist eine hohe Anschaulichkeit gewährleistet. Insbesondere aber die beliebige Wiederholbarkeit der Inhalte und – zumindest im Falle von Plattformen wie Youtube – die Vernetzung mit thematisch passenden Videos kann zum effektiven Lernen beitragen.

Je selbständiger die Schüler*innen arbeiten, desto wichtiger ist die methodische Einbettung der Videos in Lernpfade, die Übungs-, Vertiefungs- und Feedback-Möglichkeiten beinhalten. Das lässt sich einfach mit Übungs-Tools wie Learning Snacks, Learning Apps oder auch Kahoot umsetzen, bedarf in der Folge aber einer gemeinsamen Reflexionsphase im Unterricht, um Fragen und Unsicherheiten besprechen und die erlernten Inhalte anwenden zu können.

Lernzielstufen

geeignet für die Förderung von Lernzielen auf den Anforderungsstufen:

Wissen – Verstehen – Anwenden – Analysieren – Bewerten – Entwickeln

Eigenschaften

Stufen

alle Klassenstufen

Fächer

alle

Nutzerfreundlichkeit

je nach Komplexitätsgrad der Methode einfach zu erstellen, mit verschieden Geräten erstellbar (Tablet / PC / Smartphone)

Website/ Links

siehe Tool-Vorstellungen

Lernchancen/Handlungsfelder

Lernprozesse organisieren und strukturieren

Kosten

Kostenlose und kostenpflichtige Tools

Weitere Hinweise

es existieren zahlreiche weitere Tools – hier werden einige vom Autor praxiserprobte Anwendungen vorgestellt

Medien-/Lernprodukte

Erklär- und Lernvideos

Format

Video

Sprache

Deutsch