“Denken heißt forschen, untersuchen, umdrehen, prüfen und ergänzen mit dem Ziel, etwas Neues zu finden oder etwas bereits Bekanntes in einem neuen Licht zu sehen – kurz, es heißt Fragen stellen.”
John Dewey

Konzepte und Praxis von «Draußenschulen»:

Die Einbeziehung außerschulischer Lernorte kann einen wichtigen Beitrag zur Qualität schulischer Lehr- und Lernprozesse leisten. Welche Erfahrungen machen Schulen, die als «Draußenschule» einmal in der Woche einen Teil des Unterrichts draußen halten? Welche Konzepte leiten sie?

Seit der Einführung des neuen Lehrplans im Kanton Aargau (Schweiz) im Schuljahr 2020/21 setzt die Schule Zeihen einen Schwerpunkt im Bereich des ausserschulischen Lernens. Die «Draussenschule» gründet im Förderkonzept der Schule Zeihen. Sie fokussiert eine aktive Auseinandersetzung mit der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler: Jedes Kind an der Schule Zeihen lernt, arbeitet und spielt einen Vormittag pro Woche im Dorf und in der Natur.

In der Pandemie gehen viele Schulklassen an die frische Luft. Forscher haben herausgefunden, wie sich der Unterricht im Freien auf Leistung und Motivation auswirkt. Klar ist: Die Kinder aus den Outdoorklassen kommen deutlich öfter in Bewegung als ihre Mitschülerinnen und Mitschüler, die drinnen büffeln. Die Lernmotivation ist ebenfalls höher als im herkömmlichen Unterricht, sie sinkt auch nicht während des Schuljahrs, wie es sonst meist der Fall ist.

In Ländern wie Norwegen, Dänemark, Australien, Neuseeland und Schottland ist Education Outside the Classroom (EOTC), so der Fachbegriff, bereits gängig. Auch erste Schulen in Deutschland richten «Draußentage» ein. Eine davon ist die Draußenschule Ladenburg, die von einer Lehrerin aus Baden-Württemberg gegründet wurde.