Unterrichtskonzepte aus IQES-Partnerschulen:

Wie gehen Schulen mit der Vielfalt der Lehrenden und Lernenden um? Welche Konzepte für das personalisierte Lernen haben sie? Wie sehen die Lernräume und Unterrichtsstrukturen aus? Wie halten es die Schulen mit dem Lernen mit digitalen Medien? Und welche Strategien für die Digitalisierung von Schule und Unterricht verfolgen sie? Hier dokumentieren IQES-Partnerschulen ihre Unterrichtskonzepte und reflektieren die damit gemachten Erfahrungen.

Wädenswil: LiLo Lernen in Lernlandschaften an der OSW

Seit über 10 Jahren verfolgt die Oberstufenschule Wädenswil (OSW) eine klare Zielsetzung in der Schul- und Unterrichtsentwicklung: Das Lernen und die Voraussetzungen dazu immer wieder zu optimieren und möglichst erfolgreich und nachhaltig zu gestalten. Mit zahlreichen Projekten, aus denen das Projekt «LiLO – Lernen in Lernlandschaften an der OSW» herausragt, ist es gelungen, ein Schul- und Lernklima zu schaffen, das die Schülerinnen und Schüler sehr schätzen. Im Dezember 2013 wurde die OSW gemeinsam mit der Gemeindeschule Martigny (VS) mit dem Hauptpreis bei der ersten Verleihung des Schweizer Schulpreises ausgezeichnet.

Churer Modell: Binnendifferenzierung

Das Churer Modell ist auf die individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler innerhalb der Klasse ausgerichtet (Binnendifferenzierung). Ziel ist es, Lernsituationen zu schaffen, die an die unterschiedlichen Voraussetzungen der Lernenden anknüpfen und so allen Kindern Anschlussmöglichkeiten im Lernen bieten. Eine angepasste Raumgestaltung, die Schaffung von differenzierten Lernumgebungen mit Lerninhalten auf unterschiedlichen Niveaus und die gezielte Verkürzung von Lehrphasen zugunsten von Lernzeit und individueller Betreuung sind nur einige wesentliche Merkmale des Modells, das in der Stadtschule Chur seit dem Schuljahr 2010/11 in rund 30 Klassen der Primarschule (1.-6. Jahrgang) mit grossem Erfolg angewendet wird.

Sekundarschule Bürglen TG: Kooperatives und individuelles Lernen

Die Sekundarschule Bürglen im Kanton Thurgau (TG) führte 2005 als erste öffentliche Schule Lernlandschaften in ihr pädagogisches Konzept ein. Lernlandschaften sind eine Weiterentwicklung des additiven Lernraums, in welchem sich seit 1996 Lernende aus der Real- und Sekundarschule stundenweise zum gemeinsamen Lernen trafen. Die sozialen Strukturen der Sekundar- und Realklassen behinderten damals aber eine Durchmischung. Die Schüler/innen lernten vorwiegend in homogenen Lerngruppen und zu wenig stufenübergreifend. Im Sommer 2003 wurde deshalb eine Arbeitsgruppe mit der Umgestaltung des Lernraums in eine Lernlandschaft beauftragt. Es entstand ein Raumkonzept, welches den Ansprüchen einer schülerzentrierten Pädagogik entspricht. Den Lehrpersonen gibt es die Möglichkeit, den komplexen Schulalltag gemeinsam zu gestalten.

Sekundarschule Petermoos: Lernlandschaften

Bereits in den 1970er-Jahren war die Oberstufe Petermoos mit ihrem Niveauunterricht eine der führenden Reformschulen im Kanton Zürich. Seither hat sie sich zur Atelierschule weiterentwickelt. Schüler arbeiten an Lernlandschaften, heterogenen Lerngruppen und in individuell zugeschnittenen Lernwegen, die eigenverantwortliches Lernen ermöglichen. 2011 erhielt sie von der Pädagogischen Hochschule Zürich (PHZH) den ersten Preis im Wettbewerb «Schulen lernen von Schulen» zugesprochen. 2015 erhielt die Sekundarschule Petermoos den Schweizer Schulpreis.

Hergiswil: Integrierter Musikunterricht

Das Hergiswiler Modell des Integrierten Musikunterrichts (IM) ist darauf ausgerichtet, durch aktives Musizieren aller Schülerinnen und Schüler einer Klasse die Sozial-, Selbst-, und Lernkompetenz sowie die musikalische Fachkompetenz zu fördern. Die Spielräume der Musik bieten ein unerschöpfliches und wirkungsvolles Anwendungs- und Übungsfeld. Kooperatives und altersdurchmischtes Lernen, individualisierter und ressourcenorientierter Unterricht sowie ein grosszügiges Raumangebot sind dabei wichtige Merkmale und Voraussetzungen des Integrierten Musikunterrichts.