«Gutes Feedback sollte Teil einer schulischen Atmosphäre sein, in der Schüler/innen konstruktive Kritik als etwas Positives erleben und ausserdem begreifen, dass sich ohne Übung kein Lerneffekt einstellt.»
Susan M. Brookhart

Lernförderliche Rückmeldungen: Checkliste und Karten:

Keine Zeit für Feedback? Irrtum! Die Checkliste und das Kartenset zeigen, wie Lehrpersonen trotz enger Stundenpläne und grosser Klassen erfolgreich Feedback geben: konkret, positiv und nach vorn gerichtet. Das entlastet die Lehrpersonen und hilft den Schülerinnen und Schüler, erfolgreich zu lernen und zu arbeiten.
Gerold Brägger und Nicole Steiner

Gutes Feedback zu geben, …

… ist einer der anspruchsvollsten und zugleich lernwirksamsten Tätigkeiten von Lehrer/innen. Wohl niemand hat hier ausgelernt. Es lohnt sich, «Feedback geben» zu üben und die eigenen Worte bewusst so einzusetzen, dass sie die Schüler/innen beim Lernen wirksam unterstützen und bei ihnen das Vertrauen in die eigene Lernfähigkeit wecken.

Sie können die Checklisten und Karten einsetzen:

  • um Ihre Praxis der formativen Leistungsrückmeldung wirksamer zu gestalten.
  • um sich im Unterrichtsteam, in der Fachschaft oder Kollegium mit dem Thema «formatives Feedbacks» auseinanderzusetzen.
  • als schnelle Orientierungshilfe für die Formulierung mündlicher und schriftlicher Feedbacks.
  • als Gedankenstütze während eines Feedbackgesprächs.
  • als Hilfsmittel für Lernende, um das wechselseitige Feedback («Peerfeedback») zu üben und zu lernen.

Feedback-Strategien

Nützliches Feedback erfolgt zum richtigen Zeitpunkt, in dosiertem Umfang und passender Form. So können Lernende wissen, wo sie sich im Lernprozess befinden und was als Nächstes zu tun ist.

Feedback Strategien: Zeitpunkt, Orientierung, Form, Umfang

Feedback-Inhalte

Wirkungsvolles Feedback sollte sich in erster Linie auf die Aufgabe und Arbeitsweise beziehen sowie kriterienbasiert, beschreibend, positiv, klar, konkret und auf eine Weise abgefasst sein, dass sich die Lernenden in ihrem Lernprozess als aktiv Handelnde begreifen.

Feedback Inhalte: Fokus, Vergleich, Funktion, Wertung, Klarheit, Konkretheit, Haltung

Feedback-Strategien: Checkliste und Kartenset

Mit welchen Strategien können Sie die Wirksamkeit des Feedbacks erhöhen?

Die Wirkung von Feedback ist abhängig von der Art und Weise, wie Feedback gegeben wird. Wie können Lehrpersonen erfolgreich Feedbacks geben: d.h. wirksam, mit Konstanz, für sich selbst entlastend und für Schüler/innen hilfreich? Wie können formative Rückmeldungen eine doppelte Kraft entfalten und gleichzeitig die Leistung wie auch die Motivation fördern?

Checkliste Feedback-Strategien
Mit dieser Checkliste können die Strategien einer Rückmeldung überprüft und reflektiert werden. Ziel ist es, ein möglichst wirksames und lernförderliches Feedback zu geben. Die vier Hauptkriterien sind Zeitpunkt, Umfang, Form und Orientierung im Lernprozess.
Autor/Autorin: Gerold Brägger, Nicole Steiner
Umfang/Länge: 1 Seite
Fächer: alle, Fächerübergreifend
Stufen: alle, Andere
Checkliste Feedback-Strategien (eigene Notizen)
Diese Checkliste hilft mit vier Strategien wirksame lernförderliche Rückmeldungen zu geben. Mithilfe eines Rasters können die eigenen Überlegungen, Beispiele, Umsetzungsideen und Fragen reflektiert und entwickelt werden.
Autor/Autorin:
Herkunft: nach Susan M. Brookhart: Wie sag ich’s meinem Schüler? So kommt Ihr Feedback wirklich an. Beltz, 2010. ISBN 9783407626752
Umfang/Länge: 1 Seite
Fächer: alle, Fächerübergreifend
Stufen: alle, Andere
Kartenset Feedback-Strategien
Mit diesen Karten können Lehrpersonen wirksame und lernförderliche Rückmeldestrategien einüben. Die Karten widmen sich den Themen Zeitpunkt, Form, Umfang und Orientierung im Lernprozess. Einzelne Karten können im Team und im Kollegium als Diskussions- und Arbeitsgrundlage verwendet werden. Ebenso eignen sie sich für die individuelle Vorbereitung eines Feedbacks.
Autor/Autorin:
Umfang/Länge: 4 Karten
Fächer: alle, Fächerübergreifend
Stufen: 1. Klasse, 10. Klasse, 11. Klasse, 12. Klasse, 13. Klasse, 2. Klasse, 3. Klasse, 4. Klasse, 5. Klasse, 6. Klasse, 7. Klasse, 8. Klasse, 9. Klasse

Zeitpunkt

Lernende bekommen Feedback, solange sie in Gedanken noch beim Lernziel und bei der Aufgabe sind und solange sie noch Zeit haben, um das Feedback umzusetzen.

Form

Lernende bekommen Feedback in passenden Formen.


Umfang

Lernende erhalten genügend Feedback, um zu verstehen, was zu tun ist, aber nicht so viel, dass ihnen die ganze Arbeit abgenommen wird.

Orientierung im Lernprozess

Lernende erhalten Feedback zu den 3 Fragen: Wohin gehe ich? Wie gut komme ich voran? Was mache ich als Nächstes?

Grundlagen und Quellen

Diese Praxismaterialien sind in der Praxis vieler Lehrpersonen verwurzelt, mit denen wir eng zusammenarbeiten. Zugleich basieren sie auf dem aktuellen Stand der Forschung. Die folgenden Publikationen haben uns inspiriert:

  • Susan M. Brookhardt: Wie sag ich’s meinem Schüler? Beltz 2010
  • John Hattie and Gregory C. R. Yates: Using Feedback to Promote Learning. 2014
  • John Hattie/ Klaus Zierer: Kenne deinen Einfluss! «Visible Learning» in der Unterrichtspraxis. Schneider Verlag Hohengehren. 2016
  • Annemarie Groeben: Verschiedenheit nutzen 2: Umgang mit Leistung und Schulentwicklung. Cornelsen Verlag. Berlin 2014
  • Felix Winter: Neue Formen der Leistungsbeurteilung. IQES-Leitfaden