Eine Kooperation von IQES und OeaD RQB

Feedback-Methoden:

Hier finden Sie ein praktisches Kartenset mit Feedback-Methoden, die Sie als Lehrperson im Unterricht einsetzen können. Die Methoden sind vielfach erprobt und bieten ein breites Repertoire, mit dem Sie die Rückmeldung Ihrer Schülerinnen und Schüler zu Ihrem Unterricht einholen können.

Zu jeder Methode finden Sie eine praktische Karte mit einer Kurzbeschreibung, Hinweisen zur Durchführung, Beispielen guter Praxis und Varianten, damit Sie die Methode passgenau einsetzen können. Für jüngere Schüler/innen (Primarstufe) steht ein eigenes Set an Feedback-Methoden zur Verfügung, die Sie unter dem Reiter «Feedbackmethoden für die Primarstufe» finden.

Zielscheibe

Auf einem Flipchart ist ein Kreis mit Ringen aufgemalt, mit vier bis acht Themenfelder über den Unterricht. Die Lernenden können durch das Aufkleben von Klebepunkten eine Rückmeldung über den Unterricht geben, je näher zum Zentrum, desto zufriedener sind sie.

Die Zielscheibe – Vielseitig einsetzbare Feedback-Methoden
Die Zielscheibe ist eine kurze, nonverbale Feedbackmethode, die mit geringem Aufwand umgesetzt werden kann und Rückmeldungen zu verschiedenen Zeitspannen und Themenbereichen ermöglicht.
Umfang/Länge: 1 Seite
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Blitzlicht

Besonders viel gelernt habe ich heute über … Der/die Lehrende stellt eine Frage und die Lernenden geben reihum eine kurze Antwort auf die gestellte Frage. Der/die Lehrende schreibt die Aussagen mit.
Das Blitzlicht – Vielseitig einsetzbare Feedback-Methoden
Das Blitzlicht ist eine schnelle und einfache Methode, um eine kurze Rückmeldung von allen Lernenden zu einem Thema oder zu einer Unterrichtsstunde zu bekommen. Jede Schülerin und jeder Schüler nimmt kurz Stellung zu einer Frage oder einer Aussage. Die Aussagen werden nicht kommentiert.
Umfang/Länge: 1 Seite
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Kartenabfrage

Die Lernenden schreiben ihre Antworten zu verschiedenen Fragestellungen auf Moderationskarten, die auf einer Pinnwand angebracht werden. Die Ergebnisse werden sortiert, besprochen und sind dank Pinnwand für alle einsehbar.

Die Kartenabfrage – Vielseitig einsetzbare Feedback-Methoden
Die Lernenden schreiben ihre Antworten zu verschiedenen Fragestellungen auf Moderationskarten, die auf einer Pinnwand angebracht werden. Die Ergebnisse werden sortiert, besprochen und sind dank Pinnwand für alle einsehbar.
Umfang/Länge: 1 Seite
Fächer: alle Fächer
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Weitere Hinweise finden sich im Methodenkoffer Moderation.

Kopfstandmethode

Eine ursprünglich definierte Fragestellung wird in ihr Gegenteil verkehrt. Durch die Betrachtung aus einer entgegengesetzten Perspektive können neue Aspekte gesehen und Lösungswege gefunden werden.

Die Kopfstandmethode – Vielseitig einsetzbare Feedback-Methoden
Die Kopfstandmethode leitet aus der ursprünglichen Frage das Gegenteil ab: die Frage wird also auf den Kopf gestellt. Durch die Betrachtung aus einer entgegengesetzten Perspektive können neue Aspekte gesehen und Lösungswege gefunden werden.
Umfang/Länge: 1 Seite
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Vier-Ecken-Methode

Die Lernenden verteilen sich in den vier Ecken des Raumes, um ihr Meinungsbild zu vier Aussagen zu repräsentieren. In den so gebildeten Kleingruppen wird die Begründung diskutiert, die wichtigsten Ergebnisse werden verschriftlicht und dem/der Lehrenden überreicht.

Die Vier-Ecken-Methode – Vielseitig einsetzbare Feedback-Methoden
Ausgangspunkt der Vier-Ecken-Methode ist eine Feedbackfrage, zu der (drei oder) vier verschiedene Aussagen zu einem Thema (Meinungen, die man einnehmen kann) angeboten werden. Die Teilnehmenden ordnen sich dort zu, wo sie am meisten Übereinstimmung zum eigenen Standpunkt finden.
Umfang/Länge: 1 Seite
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Ratingkonferenz

Die bewährte Kombination eines kurzen Fragebogens, der Visualisierung der Ergebnisse und einer anschließenden Diskussion derselben in einer Methode.

Die Ratingkonferenz – Vielseitig einsetzbare Feedback-Methoden
Die Ratingkonferenz ist eine interaktive Methode, die eine schriftliche Befragung und ein Gruppeninterview miteinander kombiniert. Die Befragten füllen zunächst einen kurzen Fragebogen individuell aus. Danach werden die gesammelten Ergebnisse von den Befragten gleich selbst interpretiert und gemeinsam diskutiert.
Umfang/Länge: 2 Seiten
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Im IQES-Evaluationscenter finden sich Fragebogen für verschiedene Feedbackanlässe, die an eigene Bedürfnisse angepasst werden können. Ratingkonferenz (Online- und Offline-Instrumente) …

  • mit Schüler/innen: Hausaufgaben / Hausübungen (L28a bis L28d); Unterricht (L44a bis L44h)
  • mit Eltern: Hausaufgaben / Hausübungen, (L28e bis L28h)
  • im Kollegium / Lehrenden-Team: Standortbestimmung zur Unterrichtsentwicklung (S33); zur unterrichtsbezogenen Zusammenarbeit (S34)

Stimmungsbarometer

Das Stimmungsbarometer ist eine schnelle und einfache Methode, um Stimmungen einer ganzen Gruppe abzufragen. Bei dieser Methode wird die Antwort auf eine Frage entlang einer eindimensionalen Skala dargestellt.

Das Stimmungsbarometer – Vielseitig einsetzbare Feedback-Methoden
Mit dem Stimmungsbarometer werden, wie es der Name bereits sagt, Stimmungen, Befindlichkeiten und persönliche Einschätzungen eingefangen und anhand einer Skala dokumentiert.
Umfang/Länge: 1 Seite
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Wissenswertes

Was versteht man unter (Individual-) Feedback?

Feedback ist eine Rückmeldung an eine Person. 

Im Bereich von Schule und Unterricht gibt es verschiedene Formen von Feedback: Lehrende geben ihren Schülerinnen und Schülern Feedback zu ihrem Lernfortschritt. Schüler/innen geben den Lehrenden Feedback darüber, wie der Unterricht bei ihnen ankommt. Lehrende geben sich gegenseitig Feedback (auch als kollegiales Feedback bekannt).

IFB online fokussiert auf Individualfeedback von Lernenden an Lehrende, also jedes Feedback, das Schülerinnen und Schüler ihren Lehrerinnen und Lehrern im Hinblick auf bestimmte Aspekte ihres Unterrichts geben. Im schulischen Qualitätsmanagement wird das Feedback von Lernenden an Lehrende als Individualfeedback bezeichnet, da es sich um Rückmeldungen zum professionellen Handeln einer einzelnen Person handelt.

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Warum und wozu Schüler/innen- Feedback?

Rückmeldungen von Lernenden sind nützlich und wichtig. Sie können langfristig die Unterrichtsqualität verbessern, zu einem besseren gegenseitigen Verständnis von Lernenden und Lehrenden beitragen und die beiderseitige Zufriedenheit mit dem Unterricht erhöhen. 

Feedback im Kontext Schule hat in Form von Rückmeldungen von Lehrerinnen und Lehrer an Schülerinnen und Schüler eine lange Tradition. Der Bildungsforscher John Hattie hat auf die Wirksamkeit von gutem Feedback an Schüler/innen hingewiesen: Es beeinflusst die Leistungen der Lernenden positiv, wenn sie Informationen zu ihrem Lernfortschritt bzw. den zu überwindenden Hindernissen auf dem Weg zu neuen Lernfortschritten erhalten. Für einen Lehrer oder eine Lehrerin ist es durchaus anspruchsvoll und aufwändig, derartiges „lernwirksames“ Feedback an Schüler/innen zu geben.

Hatties Studien zeigen allerdings, dass es für den Lernerfolg der Schüler/innen noch wichtiger ist, dass Lehrende sich Feedback zu ihrem Unterricht von den Lernenden einholen. Für eine gute Entwicklung von Leistungen und Lernfortschritten braucht es also beides: Feedback von den Lehrenden an die Lernenden und  Feedback von den Lernenden an die Lehrenden. IFB online unterstützt Lehrerinnen und Lehrer dabei, auf verschiedene Arten Feedback von ihren Schülerinnen und Schülern einzuholen.

Durch Feedback von Schülerinnen und Schülern an ihre Lehrerinnen und Lehrer ist es möglich …

…  zu erfahren, wie der Unterricht bei den Lernenden ankommt; 
…  Anstöße für die Verbesserung des Unterrichts zu bekommen; 
…  Anerkennung und positive Rückmeldungen zu verschiedenen Aspekten des Unterrichts zu bekommen; 
…  eigene Stärken und Schwächen als Lehrende/r zu erkennen und einen gesunden Umgang damit zu entwickeln; 
…  in besseren Kontakt mit den Lernenden zu kommen;  
…  eine professionelle, reflexive Berufspraxis zu entwickeln und die eigene Reflexionsfähigkeit zu stärken. 

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Welche Haltung ist hilfreich?

Zentral ist, dass Lehrende sich auf den Feedback-Prozess einlassen, indem sie versuchen, den von ihnen geplanten und umgesetzten Unterricht aus der Sicht der Schüler/innen zu sehen. Es sind die Lernenden, die ihnen sagen können, was von den Zielen, Inhalten, Methoden oder eingesetzten Medien bei ihnen angekommen ist.  

Damit Feedback zu einem wirksamen Instrument mit positiven Auswirkungen werden kann, ist die richtige Haltung der Beteiligten wesentlich. Vor allem die Haltung und Herangehensweise der Lehrenden ist ein wesentlicher Faktor, der zu einem guten Umgang mit Ergebnissen und möglichen Verbesserungen beiträgt.

Damit Feedback für den Unterricht wirksam werden kann, sind zwei Aspekte wichtig:

  1. Als Lehrende/r bin ich offen für die Rückmeldungen der Lernenden. Ich habe ehrliches Interesse an ihrem Feedback.
  2. Das Feedback wird von mir eingeholt, um meinen Unterricht in Kooperation mit den Lernenden zu verbessern.

Das erfolgreiche Arbeiten mit dem Feedback von Schülerinnen und Schülern setzt nicht nur bei den einzelnen Lehrerinnen und Lehrern, sondern auch in der Schule selbst einen positiven Umgang mit Fehlern voraus. Eine Schulkultur, in der die Lehrerinnen und Lehrer keine Fehler machen dürfen, immer alles richtig machen müssen und in der es verboten ist, über Fehler zu sprechen, ist nicht vereinbar mit dem Feedback-Konzept. Bei der Umsetzung von Feedback geht es ja gerade darum, den «Fehlern» auf die Spur zu kommen und gemeinsam mit den Lernenden Lösungen zur laufenden Verbesserung des Unterrichts zu erarbeiten. «Lernen heißt Fehler machen – Lehren übrigens auch.» (John Hattie & Klaus Zierer 2017, S. 145)

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Feedback nehmen und geben

Feedback wird in vielen Situationen als persönliches, mündliches Feedback eingeholt. Auch bei einigen der auf IFB online zur Verfügung gestellten Methoden spielt der verbale Ausdruck von Feedback eine Rolle. Damit daraus eine für alle Beteiligte konstruktive und sinnvolle Erfahrung resultiert, sind auf beiden Seiten verschiedene Aspekte zu beachten.

Wenn man um Feedback bittet – also Feedbacknehmer/in ist -, dann sollte man auf folgende Punkte achten: 

  1. Ich lasse meine Feedbackgeber/innen ausreden und unterbreche nicht, während sie sprechen.
  2. Ich  höre gut und genau zu.
  3. Ich versuche, mich nicht sofort zu rechtfertigen oder zu verteidigen. Die Person, die mir Feedback gibt, beschreibt nur, wie sie mich wahrnimmt, das heißt nicht zwangsläufig, dass ich genauso bin. Vermutlich werden mich verschiedene Personen unterschiedlich wahrnehmen.
  4. Sollte es offene Fragen oder Punkte geben, die mir nicht ganz klar sind, so frage ich nach und versuche zu verstehen.
  5. Ich bedanke mich abschließend für das Feedback.
  6. Ich denke über die Rückmeldungen meiner Feedbackgeber/innen nach und versuche mein eigenes Handeln darauf abzustimmen. Meine Stärken versuche ich weiter auszubauen, bei meinen Schwächen versuche ich Verbesserungen umzusetzen.

Wenn man jemandem Feedback gibt – also Feedbackgeber/in ist – , dann sollte man auf folgende Punkte achten:

  1. Ich versuche Stärken und Schwächen einer Person zu benennen und achte darauf, dass ich mit den Stärken beginne; das macht es der Person leichter, auch die von mir gesehenen Schwächen wahrzunehmen.
  2. Ich versuche mit meinem Feedback möglichst klar zu beschreiben, was ich wahrnehme («Ich habe bemerkt, dass Sie uns mehrmals zur Mitarbeit aufgefordert haben.») und versuche, Bewertungen zu vermeiden («Die ganze Stunde kam mir völlig sinnlos vor!»).
  3. Ich versuche möglichst konkrete Rückmeldungen zu geben und vermeide allgemeine, pauschale Rückmeldungen («Das bringt alles gar nichts.»).
  4. Besonders, wenn ich Verbesserungsvorschläge formuliere, versuche ich konkret zu benennen, was ich mir wünsche («Ich schlage vor, dass wir im nächsten Semester eine Vereinbarung treffen, die klar regelt, wie wir uns auf die Abschlussprüfung vorbereiten.»).
  5. Ich formuliere meine Rückmeldungen in der Ich-Form («Ich habe beobachtet, dass …»). Damit bringe ich auch zum Ausdruck, dass es sich um meine persönliche Meinung handelt, andere Personen können anderer Meinung sein.
  6. Ich versuche so freundlich und konstruktiv wie möglich zu sein, damit die Person, der ich mein Feedback gebe, das Feedback annehmen und daraus lernen kann.
  7. Ich bin ehrlich. Alles, was ich sage, ist wahr, aber ich sage nicht alles, was wahr ist.

Aus diesen Richtlinien lassen sich erstrebenswerte Feedback-Methoden ableiten. Ein gutes mündliches Feedback …

… hat einen positiven Einstieg, 
… ist beschreibend und beobachtend, 
… vermeidet Abwertungen,
… ist konkret und präzise, 
… ist brauchbar und umsetzbar, 
… wird von der Feedbackgeberin / vom Feedbackgeber mit Ich-Botschaften übermittelt, 
… ist freundlich und einladend. 

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Wie führt man ein Individualfeedback durch?

Die Durchführung eines Individualfeedbacks muss nicht besonders aufwändig oder kompliziert sein. Die folgenden Schritte helfen dabei, dass der Ablauf möglichst einfach und problemlos erfolgt:

VOR dem Feedback

Zu Anfang sind ein paar Überlegungen und etwas Planung notwendig. Zu welchen Aspekten des Unterrichts soll Feedback eingeholt werden? Es empfiehlt sich, nicht zu viel auf einmal zu behandeln – besser ist es, ein paar spezielle Themen auszuwählen (z. B. Gestaltung der Lehr- und Lernformen oder Ursachen für Unterrichtsstörungen).

Basierend auf dem Feedbackthema wird dann eine geeignete Methode ausgewählt. IFB online bietet eine Sammlung einfacher, erprobter Feedbackmethoden mitsamt Anleitungen und Informationen (zu Dauer, Aufwand, Materialien…), welche die Auswahl erleichtern sollen. Für manche Feedbackthemen kann auch ein Fragebogen sinnvoll sein – auf IFB online steht ein Standardfragebogen zur Verfügung, aus dem einzelne Fragen oder Gruppen von Fragen übernommen und mit selbst erstellten Fragen kombiniert werden können.

Anschließend folgen konkrete Vorbereitungen wie die zeitliche Einplanung des Feedbacks und die Bereitstellung der Materialien.

Feedback einholen

Die geplante Methode wird angewendet und das Feedback eingeholt. Vielleicht funktioniert nicht immer alles wie geplant – aber das gehört dazu. Je öfter Feedbacks durchgeführt und verschiedene Methoden verwendet werden, desto versierter wird man. Allgemeine Richtlinien zum Geben und Nehmen von Feedback helfen dabei.

NACH dem Feedback

Wenn das Feedback eingeholt wurde, sollte man sich in Ruhe mit den Ergebnissen auseinandersetzen, insbesondere mit jenen, die sich nicht mit den eigenen Erwartungen decken. Bei manchen Feedbackmethoden (z. B. Fragebogen) ist es notwendig, die Lernenden in einem gesonderten Schritt über die Ergebnisse zu informieren und eine gemeinsame Interpretation vorzunehmen.

Aus den Ergebnissen leitet sich im letzten Schritt der Handlungsbedarf für mögliche Verbesserungen in der eigenen Tätigkeit ab. Bei der Planung von Veränderungen im Unterricht hilft bspw. ein Maßnahmenplan, der einen guten Überblick bei der Umsetzung von Verbesserungsmaßnahmen bietet.

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