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Lernjournale und Lerntagebücher

Lernjournale und Lerntagebücher werden von vielen Lehrpersonen als Mittel eingesetzt, um Schülerinnen und Schüler zum Nachdenken über ihren Lernprozess und ihre Lernresultate anzuregen. Sie schaffen Schreibanlässe, machen Lernleistungen sichtbar und fördern den Aufbau von kognitiven und metakognitiven Lernstrategien.

Das Lernjournal im Unterrichtsprozess

Lernjournale und Lerntagebücher gibt es auf verschiedenen Schulstufen und in unterschiedlichen Varianten. Auf Reflexionsblättern oder eigens dafür vorgesehenen Heften halten die Lernenden Überlegungen, Gefühle, Beobachtungen oder Erkenntnisse fest.

Mit Lernjournalen und Lerntagebüchern können folgende Zielsetzungen verbunden sein:

  • Dialogische Schreibprozesse anregen: Die Lehrperson antwortet mit Kommentaren regelmässig auf die Gedanken und Stellungnahmen der Lernenden.
  • Die Selbstreflexion und Selbsteinschätzung der Schülerinnen und Schüler fördern: Die Lernenden werden angeregt, ihre Leistungen und ihr Arbeitsverhalten zu reflektieren
  • Kognitive, metakognitive und motivationale Strategien aufbauen: Die Schülerinnen und Schüler erwerben ein Repertoire an Lernstrategien ein, mit dem sie ihr Lernen besser regulieren können

Eine bewährte Praxis ist, die letzten 15 bis 20 Minuten eines Unterrichtshalbtages für den Eintrag ins Lernjournal zu reservieren. Die Lernenden setzen sich noch einmal mit den Inhalten auseinander, mit denen sie sich während der Verarbeitungsphase befasst haben, und halten ihre Erkenntnisse schriftlich fest. Dabei orientieren sie sich an bestimmten Leitfragen und beantworten sie, zum Beispiel:

  • Das habe ich gemacht.
  • Das habe ich gelernt.
  • Das ist für mich persönlich wichtig.
  • Das ist mir gut gelungen.
  • So bin ich vorgegangen, damit es mir gelingt.
  • Damit hatte ich Schwierigkeiten.
  • So habe ich auf die Schwierigkeiten reagiert.
  • So habe ich mich heute gefühlt.
  • Ich bin zufrieden mit meiner Leistung, weil …
     

Je nach Alter der Schülerinnen und Schüler und je nach Schul- oder Ausbildungsjahr, Lerninhalten oder Unterrichtsmethode werden die Leitfragen variiert.

Der Eintrag ins Lernjournal geschieht ohne Unterlagen und dient der Überprüfung der erreichten Lernziele. Am Ende sammelt die Lehrperson die Lernjournale ein und schreibt eine persönliche Rückmeldung für jeden einzelnen Lernenden.

Quelle: Städeli / Grassi / Rhiner / Obrist: Kompetenzorientiert unterrichten – Das AVIVA-Modell. hep-Verlag, Bern 2010
 



 


Nachdenken über den Lernprozess und Lernresultate: In Lernjournalen oder Lerntagebüchern halten Lernende regelmässig Überlegungen, Gefühle, Beobachtungen oder Erkenntnisse fest.