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Schüler/innenfeedback in der Praxis

Den Unterricht mit den Augen der Lernenden sehen

Wie lernen Schüler/innen? Wie erleben sie den Unterricht? Was empfinden sie als hilfreich und förderlich für ihr Lernen? Erfolgreiche Lehrpersonen zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich in die Lernprozesse hineinversetzen können und diese aus der Perspektive der Schülerinnen und Schüler wahrzunehmen versuchen. Regelmässiges Feedback von Schülerinnen und Schülern hilft Lehrer/innen besser zu verstehen, wie Lernende den Unterricht erleben. Gleichzeitig fördern gut durchgeführte Feedbacks einen wertschätzenden Dialog zwischen Lehrperson und Schüler/innen und tragen generell zu einer lernförderlichen Atmosphäre bei.


Das eigene Handeln reflektieren

Lernrpozesse der Schüler/innen verstehen und das eigene Handeln in diesem Licht reflektieren: Ziel von Feedbacks ist es, gezielter und wirkungsvoller pädagogisch handeln und erfolgreiche Lernprozesse unterstützen zu können. Folgende Leitfragen stehen im Vordergrund:
 
  • Wie wirkt das, was ich tue?
  • Wie nehmen die Schüler/innen die Lernangebote wahr?
  • Können alle im Rahmen ihrer Möglichkeiten erfolgreich lernen und Vertrauen in das Gelingen entwickeln?
  • Wie erleben die Schüler/innen den Unterricht?
  • Was kommt bei den Lernenden an?
  • Was ist für sie neu und interessant?
  • Worüber möchten  sie mehr wissen?
  • Welche Fragen haben sie?

 


Was zeichnet ein gutes
Schüler/innen-Feedback aus?

Jedes Feedback sollte von einem persönlichen Erkenntnisinteresse getragen sein. Es ist kein Selbstzweck, sondern beinhaltet stets spezifische Fragestellungen und Interessen. Eine gutes Schüler/innen-Feedback:

  • fördert einen wertschätzenden Dialog zwischen Lehrperson und Schüler/innen und trägt zu einer lernförderlichen Atmosphäre bei
  • bringt Klarheit darüber, ob die beabsichtigte Wirkung der Unterrichtsgestaltung tatsächlich eingetreten ist
  • nimmt Schüler/innen als Expert/innen für Unterricht und Lernen ernst
  • gibt Hinweise für mögliche Verbesserungen
  • führt zu Erkenntnissen und Schlussfolgerungen mit persönlichen Handlungskonsequenzen.

 


Acht Schritte zu einem guten
Schülerinnen- und Schüler-Feedback

Ein systematisches Vorgehen hilft nicht nur bei der Klärung des eigenen Erkenntnisinteresses, sondern ist auch ein Garant für aussagekräftige Ergebnisse. Idealtypisch lassen sich acht Schritte eines guten Feedbacks identifizieren:

  1. Ziel und Zweck des Feedbacks festlegen
  2. Persönliches Interesse klären – Themen finden
  3. Spielregeln und Ablauf des Feedbacks festlegen
  4. Auswahl geeigneter Feedbackmethoden und Feedbackinstrumenten
  5. Individuelle Datenauswertung und Dateninterpretation
  6. Dateninterpretation mit Schüler/innen
  7. Dateninterpretation mit Kollegen/-innen
  8. Sich selbst und anderen Rechenschaft ablegen

Eine detaillierte Anleitung und zusätzliche Informationen:
Schülerinnen- und Schülerfeedback in 8 Schritten

 

 

«Wenn der Lehrer den Mut hat, in jedem Quartal einmal zu fragen: ‹Wie ist eigentlich mein Unterricht, hilft es euch, wie wir hier arbeiten, oder müssen wir etwas anders machen?›, dann sind dies Aspekte, die extrem viel bewirken. Immer wenn der Dialog zwischen der Lehrper­son und den Lernenden auf gleichwertiger Ebene zu funktionieren beginnt, verändert sich etwas.»

Ein Lehrer zu seinen Erfahrungen mit Feedback