KI-Kompetenzen systematisch evaluieren und fördern:

Wie lassen sich Evaluationen, strategische Planung und konkrete Unterrichtspraxis so verzahnen, dass KI nicht eine isolierte Praxis bleibt, sondern nachhaltig in Schule und Unterricht verankert wird? Genau hier setzt ein aufeinander abgestimmter Toolverbund an: IQES-Fragebogen, Vergleichstool, KI-Kompetenz-Roadmap und Flipcard-Tool greifen ineinander wie Zahnräder eines gemeinsamen Entwicklungsprozesses.

von

Susanne Alles

Susanne Alles ist Lehrerin an einem Berufskolleg in Essen. Darüber hinaus ist sie Mitglied des Beratungsteams IQES-Schulentwicklung.de sowie als Medienberaterin und Fortbildnerin tätig. Als freie Referentin gibt sie Workshops zu unterschiedlichen Themen rund um Digitalisierung. Ihre Schwerpunkte sind Künstliche Intelligenz und Blended Learning.

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Gerold Brägger

Gerold Brägger, M.A., ist Leiter und Gründer der IQES-Plattform und der Beratungs- und Weiterbildungsinstitute schulentwicklung.ch und IQES-schulentwicklund.de. Er ist Erziehungswissenschaftler, Schulberater, Lehrerbildner, Autor von pädagogischen Fachbüchern und Lernmitteln sowie Redaktionsmitglied der Fachzeitschrift PÄDAGOGIK. Arbeitsschwerpunkte: Sprach- und Leseförderung, Künstliche Intelligenz, Lerncoaching, Schul- und Unterrichtsentwicklung, Evaluation, Digitale Medien in Schule und Unterricht, kompetenzorientierter Unterricht und selbstkompetentes Lernen, Schulleitung, Gute gesunde Schulen, Schulentwicklung in Netzwerken und Bildungsregionen. Publikationsliste herunterladen Web: www.IQESonline.net | www.schulentwicklung.ch | www.IQES-schulentwicklung.de Publikationen von Gerold Brägger im Beltz Verlag

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Joscha Falck

Joscha Falck ist Mittelschullehrer an der Mittelschule Rednitzhembach und Schulentwicklungsmoderator in einem Innovationsteam für digitale Bildung in Mittelfranken, Bayern. Neben seiner Unterrichtstätigkeit (Deutsch, Geschichte, Politik, Informatik) hält er Fortbildungen und berät Schulen und Steuergruppen bei Schulentwicklungsprozessen. Darüber hinaus ist er als Referent, Blogger und Autor tätig. Seine inhaltlichen Schwerpunkte sind: Digitale Medien, Schul- und Unterrichtsentwicklung, Didaktik des digital gestützten Unterrichtens, digitale Transformation an Schulen, Künstliche Intelligenz in Schule und Unterricht. Er unterstützt die Arbeit von IQES online durch redaktionelle Tätigkeiten und inhaltliche Beiträge. Darüber hinaus bietet er zusammen mit Hauke Pölert IQES-Webinare zum Thema »KI in Schule und Unterricht« an. Web: www.IQESonline.net | www.IQES-schulentwicklung.de  | www.joschafalck.de

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Manuel Flick

Manuel Flick, Lehrkraft im berufsbildenden Bereich, widmet sich schwerpunktmäßig der Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) im Schul- und Unterrichtskontext. Als Fortbildner, Referent und Blogger zeigt er, wie KI im Schulalltag entlasten und didaktisch sinnvoll im Unterricht eingesetzt werden kann. Weitere Themen seiner Arbeit sind digitale Medien sowie Organisation und Zeitmanagement im Lehrberuf. Internet: manuelflick.de

Wie lassen sich KI-Kompetenzen systematisch fördern und evaluieren?

Einzelne KI-Anwendungen oder Fortbildungen reichen nicht aus. Wer KI nachhaltig in Schule und Unterricht verankern will, braucht einen strukturierten Entwicklungsprozess, der sich an einem gemeinsamen KI-Kompetenzmodell orientiert und die Perspektiven der beteiligen Lehrkräfte, Lernenden und Eltern einbezieht.

Der Toolverbund zeigt, wie KI-Kompetenzen diagnostiziert, weiterentwickelt und schließlich didaktisch wirksam in Unterricht übersetzt werden können. Das schafft Orientierung. Und es eröffnet die Chance auf eine datenbasierte Schul- und Unterrichtsentwicklung, was besonders wichtig ist, wenn es um eine qualitätsbewusste Integration von KI-Anwendungen geht.

Diese IQES-Instrumente machen KI-Kompetenzen sichtbar, planbar und im Unterricht umsetzbar – von der ersten Diagnose über die strategische Weiterentwicklung bis zur konkreten Praxis im Klassenzimmer.

Mit dem strukturierten Einsatz der Tools entsteht ein durchgängiger, evaluationsbasierter Schulentwicklungszyklus, der individuelle Lernprozesse mit institutioneller Entwicklung verbindet.

Der Fragebogen kann sowohl in einer einzelnen Klasse wie auch in der ganzen Schule eingesetzt werden.

Einsatzbereich: Um KI erfolgreich im Unterricht (bzw. der Schule) einführen, hat sich eine Bestandsaufnahme bewährt.  Dabei werden die Schüler:innen zu ihrem Umgang mit künstlicher Intelligenz befragt. Die anonyme Umfrage zeigt ein realistisches Bild vom Nutzungsverhalten, den Erfahrungen, Erwartungen und Sorgen der Schüler:innen im Umgang mit KI. Die Fragen umfassen:

  • Wie schätzen die Schüler:innen ihre eigenen KI-Kenntnisse ein?
  • Wie wird KI eingesetzt (privat, schulisch, beruflich)?
  • Welche KI-Tools werden genutzt?
  • Welche Bedenken haben die Schüler:innen?
  • Wie wird KI bereits für Schule und Lernen eingesetzt?

Tipp: Die Ergebnisse lassen sich direkt im Anschluss im Plenum auswerten und besprechen; daraus ergeben sich wertvolle Gesprächsanlässe und ein erstes Stimmungsbild zur Haltung gegenüber KI. In einem nächsten werden regeln eingeführt und klare Leitplanken für die Nutzung von KI geschaffen.

Leitfaden »KI erfolgreich im Unterricht einführen: Fünf Schritte zur Einführung«

Steuergruppen-Befragung: KI-Schulentwicklung – Roadmap-Evaluation

S141 – Steuergruppen-Befragung: KI-Schulentwicklung – Roadmap-Evaluation

Fragebogen für Personen mit Verantwortung in der Schulentwicklung (Schulleitung, Steuergruppe, Schulentwicklungsbeauftragte und/oder Qualitäts-Schulkoordinator/inn/en (Q-SK) bzw. QM-Beauftragte)

Einsatzbereich: Strategische Standortbestimmung für Schulleitungs- und Steuergruppen. Geeignet für Entwicklungsworkshops, Zielvereinbarungen und Jahresgespräche.

Qualitätsbereiche: Evaluation des schulischen KI-Implementierungsstands entlang der 4-Phasen-Roadmap: 1) Grundlagen schaffen, 2) Kompetenzen aufbauen, 3) Anwenden und Reflektieren, 4) Mitgestalten und Innovieren, 5) Strukturelle Verankerung und Führungshandeln.

Tipp: Idealerweise einmal jährlich einzusetzen, um den Entwicklungsfortschritt zu dokumentieren. Ergebnisse eignen sich als Grundlage für schulinterne Zielvereinbarungen und externe Schulentwicklungsberatungen.

Lehrkräfte-Befragung: KI-Kompetenzen – Selbsteinschätzung

S142 – Lehrkräfte-Befragung: KI-Kompetenzen – Selbsteinschätzung

Fragebogen für Lehrkräfte der Primar- und Sekundar­stufe I und II (alle Schularten und -stufen)

Einsatzbereich: Individuelle Standortbestimmung und schulweite Kompetenzdiagnostik. Gute Kombinationsmöglichkeit mit dem Instrument »S141 – Steuergruppen-Befragung: KI-Schulentwicklung – Roadmap-Evaluation« und »S143 – Schüler:innen-Befragung: KI-Kompetenzen – Selbsteinschätzung Sekundarstufe« für eine Standortbestimmung aus mehreren Perspektiven.

Qualitätsbereiche: Einschätzung der KI-Kompetenz in vier Dimensionen: 1) Verstehen, 2) Anwenden, 3) Reflektieren und 4) Mitgestalten und Evaluieren. Erfasst individuelle KI-Kompetenzen als Grundlage für eine gezielte schulweite Fortbildungsplanung und Schulentwicklung.

Tipp: Empfehlenswert zu Beginn der KI-Schulentwicklung (Ist-Stand) und nach Fortbildungsmaßnahmen (Wirkungsevaluation). Ergebnisse eignen sich als Grundlage für kollegiale Entwicklungsgespräche und Arbeit in Professionellen Lerngemeinschaften und Unterrichtsteams.

Schüler:innen-Befragung: KI-Kompetenzen – Selbsteinschätzung Sekundarstufe

S143 – Schüler:innen-Befragung: KI-Kompetenzen – Selbsteinschätzung Sekundarstufe

Fragebogen für Sekundarstufe I: Klasse 7–10;
(für Klasse 5–6 sprachlich anzupassen)

Einsatzbereich: Kompetenzdiagnostik auf Klassenebene oder schulweit. Gute Kombinationsmöglichkeit mit dem Instrument »S142 – Lehrkräfte-Befragung: KI-Kompetenzen – Selbsteinschätzung« zur Triangulation von Lehrenden- und Lernenden-Perspektive.

Qualitätsbereiche: KI-Kompetenz aus Schüler:innen-Perspektive: Verstehen – Anwenden – Reflektieren – Mitgestalten. Schüler:innen schätzen ihre eigene KI-Kompetenz ein und machen Entwicklungsbedarfe sichtbar.

Tipp: Idealerweise einzusetzen, bevor neue KI-Lerneinheiten beginnen (Ist-Stand) und danach (Wirkungsevaluation). Ergebnisse eignen sich für Unterrichtsgespräche über die Bedeutung von KI-Kompetenz.

Elternbefragung: KI an unserer Schule – Ihre Wahrnehmung und Haltung

S144 – Elternbefragung: KI an unserer Schule – Ihre Wahrnehmung und Haltung

Fragebogen für Eltern und Erziehungsberechtigte von Schüler:innen der Primar- und Sekundarstufe (je nach Schulkontext inhaltlich und sprachlich anzupassen)

Einsatzbereich: Schulweite Elternbefragung zur Einbindung der Elternperspektive in die KI-Schulentwicklung. Gute Kombinationsmöglichkeit mit den Instrumenten »S142 – Lehrkräfte-Befragung: KI-Kompetenzen – Selbsteinschätzung« und »S143 – Schüler:innen-Befragung: KI-Kompetenzen – Selbsteinschätzung Sekundarstufe« für eine Evaluation aus mehreren Perspektiven.

Qualitätsbereiche: Elterliche Wahrnehmung der schulischen KI-Strategie: Informationsstand, Transparenz, Kommunikation · Beobachtungen zum KI-Umgang des eigenen Kindes · Eigene Haltung und Einschätzung zur schulischen KI-Integration

Tipp: Nach einer ersten Phase der KI-Implementierung einsetzen, damit Eltern konkrete Erfahrungen berichten können. Ergebnisse für Elternabende oder Informationsveranstaltungen nutzen.

Digitale Tools für Selbsteinschätzungen

KI-Kompetenz-Analyzer

Selbsteinschätzung für Lehrende und Lernende

KI-Kompetenz-Spinnennetze

Selbsteinschätzung für Lehrende

KI-Kompetenz-Roadmap für Schulen

Selbsteinschätzung für Schulleitung, Q-SK/ QM-Beauftragte, Steuergruppen, Teams und Kollegium

Flipcard-Tool mit Unterrichtsbeispielen

Selbsteinschätzung für Schulleitung, Q-SK/ QM-Beauftragte, Steuergruppen, Teams und Kollegium

Grundprinzip der Datenspeicherung (Datenschutz):
Die Tools sind online nutzbar – lokale Speicherung im Browser

Wichtig

Die eingegebenen Daten werden:

  • nicht im Internet gespeichert.
  • nicht auf einem Server gespeichert.
  • nicht übertragen.
  • nicht an Dritte gesendet.

Stattdessen werden sie ausschließlich lokal im Browser auf dem jeweiligen Gerät gespeichert (Local Storage).

Was bedeutet »lokale Speicherung im Browser«?

Die Daten bleiben:

  • auf dem eigenen Computer.
  • im eigenen Browser.
  • unter vollständiger Kontrolle der Lehrkraft.

Die Daten verlassen das Gerät nur, wenn sie aktiv exportiert werden.

Vorteil dieser Speichervariante (Datenschutz)

Diese Speicherform ist besonders datenschutzfreundlich, weil:
✔ keine Cloud verwendet wird
✔ keine Serverübertragung stattfindet,
✔ keine personenbezogenen Daten das Gerät verlassen,
✔ keine Auftragsverarbeitung notwendig ist,
✔ keine Einwilligung für externe Speicherung erforderlich ist.

Dies entspricht den Anforderungen der DSGVO und ist besonders geeignet für:

  • Schülernamen
  • Leistungsdaten
  • Diagnosedaten
  • Förderprotokolle.

Wichtiger Hinweis zur Datensicherung

Da die Daten nur lokal im Browser gespeichert werden, sind sie:

  • nur auf diesem Gerät verfügbar.
  • nicht automatisch gesichert.

Daher ist es notwendig, die Daten regelmäßig zu exportieren.

Empfehlung (Best Practice)

Nach jeder Nutzung exportieren als:

  • CSV (für Excel / Dokumentation, Reimport)
  • oder HTML (für vollständige Sicherung)

und lokal speichern, z. B.:

  • Schulserver
  • geschützter Lehrerordner
  • verschlüsselter Datenträger

KI-Kompetenzen systematisch fördern – Vom Modell zur lernenden Schule

Wie können Schulen KI-Kompetenzen nicht nur punktuell, sondern nachhaltig und wirksam entwickeln?

Der Beitrag zeigt, wie ein aufeinander abgestimmter Werkzeugverbund aus Kompetenzdiagnose, Visualisierung, strategischer Planung und konkreter Unterrichtspraxis einen durchgängigen Schulentwicklungsprozess ermöglicht. Anhand von KI-Kompetenz-Analyzer, Spinnennetz-Vergleich, KI-Kompetenz-Roadmap und Flipcard-Tool wird deutlich, wie individuelle Kompetenzentwicklung, Teamarbeit und institutionelle Steuerung sinnvoll miteinander verzahnt werden können – datenbasiert, praxisnah und langfristig angelegt.

Autor/Autorin: Susanne Alles

Umfang/Länge: 7 Seiten

Fächer: alle Fächer, Fächerübergreifend / Fächerverbindend

Stufen: alle Stufen, Stufenübergreifend