LiLo – von einer Idee bis zur Vollendung:

Wie gestalteten sich die einzelnen Phasen der Umsetzung? Wer ist alles beteiligt und wie bringen sich die Beteiligten in die Umsetzung ein? Welchen Stellenwert haben Evaluationen? Wie wurden die Eltern beteiligt?

Vorbereitungsphase

Bei der Planung des neuen Schulprogrammes 2012-2016 hat die OSW beschlossen, LiLO als Entwicklungsprojekt aufzunehmen. Für die Entwicklung der Pilotversuche wurde im Schuljahr 2011-2012 eine Projektgruppe eingesetzt, die mit grossem Engagement die Grundlagen für die ersten vier Lernlandschaften erarbeitete. Die Projektgruppe hatte den Auftrag, ein detailliertes Konzept für die Einführung des neuen Schulmodells der Behörde zur Entscheidung auszuarbeiten und vorzulegen. Dieses wurde sowohl der Schulpflege (Schulbehörde) als auch der Schulkonferenz (Konferenz aller Lehrpersonen) im Januar 2012 vorgestellt.

Die Schulpflege unterstützte das Projekt mit einem einstimmigen Beschluss. In der Vorbereitungsphase ging es dann darum, einerseits die Infrastruktur für die Lernlandschaften bereit zu stellen und andererseits zu definieren, welche Klassen und Teams von Lehrpersonen in diesen unterrichten werden. In die Projektphase wurden bewusst nur Klassenlehrpersonen aufgenommen, die selber interessiert und motiviert waren. Das Projekt startete an der OSW im Sommer 2012 mit 10 Klassen in vier Lernlandschaften.

Zielsetzungen

Der Unterricht im LiLO-Projekt ist geprägt von einem ausgewogenen Verhältnis von offenen, selbst gesteuerten Lernformen und traditionellem Fachunterricht mit direkter Instruktion.
  • Mindestens während eines Drittels der Lernzeit wird in offenen Arbeitsformen gelernt (es sind vorwiegend die Schülerinnen und Schüler aktiv und nicht die Lehrpersonen).
  • Die Lernenden erhalten genügend Zeitressourcen für individuelles und selbstgesteuertes Lernen.
  • Die Lernenden planen ihr Lernen selbstständig und reflektieren dieses regelmässig.
  • Die Lernenden setzen sich selber Ziele und überprüfen diese zusammen mit den Lehrpersonen und den Eltern.
  • Die Lernenden erstellen mit Hilfe eines Lernjournals ihren individuellen Wochenplan und planen ihr Arbeitsprogramm.
  • Die Lernenden werden zum Problemlösen animiert und nicht zum Auswendiglernen. Der Fokus des Lernens liegt damit auf einem nachhaltigen Wissens- und Kompetenzerwerbs.
  • Die Lernenden können selbstständig Schwerpunkte setzen.
  • Verschiedene Lernstrategien werden vermittelt und von den Lernenden angewendet.
Der Unterricht ist geprägt von regelmässigen Lernarrangements für kooperatives und soziales Lernen (Erhöhung der Selbstkompetenz).
  • Die einzelnen Lerngruppen einer Lernlandschaft sind leistungsheterogen zusammengesetzt. Sie lernen in verschiedenen Fächern gemeinsam (alters- und stufengemischt)
  • In den Lernlandschaften werden gemeinsam festgelegte Regeln eingehalten, wobei ein wichtiges Element die Flüsterkultur ist.
Das Lernen wird unterstützt durch eine aktive Begleitung der Lehrpersonen. (tragende Beziehungsarbeit).
  • Es findet eine qualitativ und quantitativ hoch stehende Lernbegleitung der Lernenden statt.
  • Eine intensive Beziehungsarbeit zwischen Lernenden und Lehrenden bildet das wichtige Grundgerüst für die Lernprozesse.
  • Die Lehrpersonen nehmen ihre neue Rolle als Lernbegleitende wahr.

Die Lehrpersonen profitieren von kollegialer Zusammenarbeit. Durch die Zusammenarbeit im Team sind die Lehrpersonen aktive Vorbilder für die Lernenden.

Die Infrastruktur ist den Bedürfnissen der LiLO Beteiligten angepasst.

Die Zufriedenheit bezüglich Wohlbefinden aller beteiligter Gruppen (Schülerinnen und Schüler, Eltern, Lehrpersonen) ist hoch.

Die OSW bietet attraktive und innovative Arbeitsplätze für Lehrpersonen.

Das Modell LiLO erfüllt die Vorgaben bezüglich Stellenprozenten für das Lehrpersonal (VZE) sowie den finanziellen Rahmen der Schulgemeinde.

Projektsteuerung durch Projektleitung und Projektgruppe

Seit Beginn des Projektes LiLO besteht eine Projektleitung und eine Projektgruppe, deren Aufgabe es primär ist, die Ziele und die Zielerreichung im Auge zu behalten. Die Leitung des Projektes liegt bei der Schulleitung selber. In der Projektgruppe wirken Lehrpersonen und Heilpädagogen und -pädagoginnen aus allen Lernlandschaften mit. Die Projektgruppe wird durch die Schulleitung geführt und trifft sich regelmässig (mind. einmal pro Quartal). Wichtige Aufgabe der Projektverantwortlichen ist die regelmässige Information aller Beteiligten über den Stand der Projektentwicklung. An den Sitzungen werden Ideen ausgetauscht und neu generiert, Probleme besprochen, der Austausch zwischen den einzelnen Lernlandschaften gefördert und die Verankerung des Projekts innerhalb der ganzen Schule immer wieder analysiert.

Evaluation

Die OSW ist mit ihren LiLO’s Teil der Studie PerLen der Universitäten Zürich und Freiburg. Die Auswertung der Untersuchung wird Hinweise geben, in welchen Bereichen die OSW gut unterwegs und wo noch Handlungsbedarf ist.

Die Gesamtevaluation des Projektes wird innerhalb einer Masterarbeit der PH Luzern erfolgen und der Schulpflege aufzeigen, inwieweit die Ziele des Projekts erreicht wurden und welche Rahmenbedingungen optimales Lernen fördern.

Aufgrund der Resultate dieser beiden Evaluationen entscheidet die Schulpflege, ob Lernlandschaften flächendeckend eingeführt werden, ob grundlegende Änderungen vorgenommen werden müssen oder ob das Projekt abgebrochen wird.

Begleitgruppe der Eltern

In einer Begleitgruppe des Projektes arbeiten Vertretungen der Schulbehörde und Eltern mit. Als wichtigste Funktion dient die Begleitgruppe als Feedback- und Resonanzgruppe der Eltern. Im Gespräch mit der Projektleitung und den Lehrpersonen, werden die Erfahrungen ausgetauscht, Änderungen und Entwicklungen aus Sicht der Eltern diskutiert und allfällige Optimierungen angeregt.

LiLO light Konzept

Da die aktuelle Infrastruktur der OSW im Moment keine weiteren grossen LiLO’s zulässt (ein Neubau ist im Entstehen), hat die Projektgruppe das LiLO light Konzept entworfen, welches Lehrpersonen ermöglicht, mit der eigenen Klasse ebenfalls nach den LiLO Grundsätzen zu unterrichten. Es fehlt lediglich die Jahrgangs- und Stufendurchmischung.

Idee

Jede Klasse kann sich mit einer Light-Version am LiLO-Projekt beteiligen, indem sie zentrale Elemente des LiLO-Lernens in den Unterricht integriert.

Mindeststandards

  • Grundhaltung der beteiligten Lehrpersonen: Die Lehrpersonen sind bereit, den Schülerinnen und Schülern Verantwortung für selbstgesteuertes Lernen zu übertragen, sie in diesem Prozess zu unterstützen und trauen ihnen dies auch zu.
  • Organisation des selbstgesteuerten Teils mit einem Wochenplan in mindestens drei Fächern (Mathematik, Deutsch, eine Fremdsprache).
  • Aufteilen der Unterrichtszeit in einen durch die Lehrpersonen geführten (Input oder Intake) sowie einen durch die Schülerinnen und Schüler selbst gesteuerten Teil. Der selbstgesteuerte Anteil am Lernen belegt mindestens ein Drittel aller Lektionen der Fächer im Wochenplan.
  • Eigener Arbeitsplatz für die Schülerinnen und Schüler, den diese individuell gestalten und einrichten können.
    • Begleitung des Lernens durch ein Lernbuch/Lernjournal sowie regelmässige schriftliche Feedbacks (durch Schülerin/Schüler und Lehrperson) und Coachinggespräche (durch Lehrperson). Alle Schülerinnen und Schüler erhalten wöchentlich entweder ein schriftliches Feedback oder ein mündliches Feedback in einem Coachinggespräch.
    • Es gilt der Grundsatz, dass das Lernen möglichst in der Schule stattfindet. Dazu bestehen Möglichkeiten für das Erledigen der Hausaufgaben in der Schule während individuellen Lernzeiten (Förderpool anstelle von Halbklassenstunden).

Unterstützung

Alle am LiLO-Light-Projekt beteiligten Klassen können auf die gleiche Unterstützung wie die LiLO-Klassen zählen: Begleitung/Beratung durch die Projektleitung, Austausch von Lernunterlagen, Zugriff und Unterstützung auf Info-Mentor, Weiterbildung in Lerncoaching und Supervision.