LiLo – Modell und Konzept:

In einer Lernlandschaft (LiLO) arbeiten bis zu drei Klassen (alters- und stufengemischt) gemeinsam. Jede Schülerin / jeder Schüler erhält ihren / seinen eigenen, persönlichen Arbeitsplatz. Es findet weiterhin konventioneller Unterricht statt, in welchem die Lehrperson den Schulstoff vermittelt (Inputlektionen). Während mindestens einem Drittel der Lektionen arbeiten die Schülerinnen und Schüler aber selbstständig an auf sie individuell angepassten Lernschritten und Aufgaben.

Lernlandschaft

Der Unterricht in Lernlandschaften sieht vielfältig aus. Wie die Gestaltung einer solchen Lernumgebung aussehen und welche Atmosphäre damit geschaffen werden kann, vermitteln diese Bilder.

Unterrichtsorganisation

Planung des Lernens

Grundlage für die Planung des Lernens ist der Wochenplan. Im Wochenplan erhalten die Schülerinnen und Schüler die Informationen, welche Themen und Lernschritte in den einzelnen Fächern in einer Woche (oder in längeren Abschnitten) zu lösen sind. Dabei berücksichtigt der Wochenplan die unterschiedlichen Voraussetzungen der einzelnen Schülerinnen und Schüler mit grundlegenden oder erweiterten Anforderungen. Schülerinnen und Schüler, die bereits ein hohes Leistungsniveau aufweisen, erhalten zusätzlichen Lernstoff und können sich vertiefter mit dem Stoff auseinandersetzen. Schülerinnen und Schüler, die weniger schnell lernen oder Mühe mit einzelnen Inhalten haben, profitieren von Entlastungen oder Spezialisierungen im Wochenplan. Zusätzlich gibt es immer wieder auch Räume für eigene Lernideen. Die Planung des Lernens erfolgt in den Lernbüchern oder Lernjournalen.

Peer to Peer Learning

Regelmässig unterstützen sich die Schülerinnen und Schüler auch gegenseitig im Lernen. Einzelne Schülerinnen und Schüler sind als Coaches für andere tätig. Dadurch, dass sie anderen Teile des Schulstoffes erklären, überprüfen sie einerseits, ob sie selber sattelfest sind und andererseits wird ihre Sozialkompetenz geschult. Da auch stufenübergreifend gearbeitet wird, ist es möglich, dass zum Beispiel ein älterer Sek B Schüler einer jüngeren Sek A Schülerin etwas erklären kann. Die soziale Interaktion unter den Schülerinnen und Schülern wird verstärkt, dadurch wird auch der gegenseitige respektvolle Umgang untereinander gefördert.

Reflexion (Lernbücher/Lernjournale)

Die Reflexion über das Lernen hat in der LiLO einen hohen Stellenwert. In den Lernbüchern sind spezielle Seiten für die persönliche Selbstreflexion der Lernenden vorhanden, die mindestens einmal pro Woche bearbeitet werden. Zusätzlich wird in regelmässigen Gesprächen mit den Lehrpersonen das Lernen reflektiert, die Arbeitsorganisation thematisiert und – wenn notwendig – Unterstützung angeboten. Dies erfordert ein hohes Mass an Eigenverantwortung und die Fähigkeit, das eigene Handeln zu reflektieren wird gestärkt.

Coaching der Schülerinnen und Schüler

Jedem Schüler und jeder Schülerin wird ein persönlicher Coach zugeteilt. Die regelmässigen Coachinggespräche dienen in erster Linie der Reflexion über das Lernen sowie das Wohlbefinden im schulischen Kontext. In den Gesprächen werden die persönlichen Lern- sowie die Arbeitsorganisation thematisiert. Wenn notwendig werden Änderungen oder neue Zielvereinbarungen ausgehandelt. Durch die regelmässigen Coachinggespräche wird die Beziehungsarbeit zwischen Lehrenden und Lernenden gestärkt.

Individuelle Lernzeiten

Die Lernlandschaften bleiben auch nach Unterrichtsschluss geöffnet und bieten allen Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, den grössten Teil ihrer Aufgaben in der Schule zu erledigen. In der LiLO ist immer eine Lehrperson anwesend, die bei Schwierigkeiten helfen kann. Verlassen die Jugendlichen nach Schulschluss die Schule, haben sie dadurch vermehrt Zeit für Hobbies und die Familie. Dadurch wird auch den unterschiedlichen Bildungsvoraussetzungen (bildungsferne/bildungsnahe Elternhäuser) Rechnung getragen.

Unterstützung der Lehrpersonen

Die Lehrpersonen arbeiten in fixen Kooperationszeiten an ihrer Zusammenarbeit und bereiten Unterrichtssequenzen vor oder besprechen SchülerInnenangelegenheiten.

Zusätzlich besteht die Möglichkeit, einmal pro Quartal eine Supervision vor Ort abzuhalten mit einer externen Beratung. Dieses Angebot wird zurzeit von allen Lernlandschaften in Anspruch genommen.

Bestehen andere Anliegen, werden diese in der Projektgruppe besprochen und nach Möglichkeit umgesetzt.