Raumgestaltung:

Eine neue Gestaltung und Nutzung des Schulzimmers ist ein eines der Hauptelemente des Churer Modells. Die traditionelle Ausrichtung auf die Wandtafel wird aufgehoben, ebenso die festen Arbeitsplätze der Schüler/-innen. An ihre Stelle tritt ein offener Lernraum, der sich an unterschiedliche Unterrichtsformen und Arbeitsbedürfnisse anpassen lässt. Nicht zuletzt macht es die Umgestaltung des Schulzimmers der Lehrperson einfacher, im «Modus» der Binnendifferenzierung zu bleiben.

Raumgestaltung: Das Schulzimmer als dritter Pädagoge

Bei der Gestaltung des Schulraums sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt, solange es für die verschiedenen Unterrichtsformen Gemeinschaft, Kurs, Arbeit mit Lernangeboten und Freiarbeit geeignet ist. Lehrpersonen sind immer wieder überrascht, welch tiefgreifende Auswirkungen allein schon die Aufhebung der frontalen Ausrichtung auf das Lernen und Unterrichten hat.

Orte des Lernens: Beispiele für die Schulzimmergestaltung

Im Zentrum steht der Kreis für die gemeinschaftlichen Teile und die Inputs. Im Kreis haben die Schüler/-innen ihren fest zugeordneten Platz, an den Arbeitsplätzen nicht mehr. Im Schulzimmer gibt es kein definiertes Vorne und Hinten mehr. Daher verliert auch die Wandtafel ihre zentrale Stellung im Raum.
Die Schülerbänke sind so gestellt, dass verschiedene Arbeitsplätze entstehen, unter denen die Schüler/-innen wählen können.
Kinder, die nicht abgelenkt werden möchten oder die Mühe mit der Konzentration haben, suchen ruhige Arbeitsplätze aus, die wenig Ablenkung bieten oder werden solchen Arbeitsplätzen zugewiesen.
Den persönlichen Arbeitsplatz gibt es in diesem Schulzimmer nicht mehr.
Die Schüler/-innen bewahren ihr Material in einem persönlichen Fach auf.
Die Unterrichtsräume sind so gestaltet, dass sie zum bewegten Lernen einladen. Ein Wechsel der Arbeitsplätze entsprechend dem Arbeitsrhythmus und den Bedürfnissen der Kinder ist ausdrücklich erlaubt.
Eine freie Mitte ermöglicht ein gesundes Sitzen (Variation von Sitzhaltungen).
Der Raum bietet Lernumgebung mit mehreren Lernangeboten, die thematisch zum Input passen und den Lerninhalt auf verschiedenen Niveaus anbietet. Beim nächsten Input wird die Lernumgebung durch weitere Angebote ergänzt. Lernangebote, die ihren Dienst erfüllt haben, können entfernt werden. Einzelne Lernangebote bleiben so über mehrere Lektionen erhalten. So verändert sich die Lernumgebung langsam durch Anpassung der Lernangebote.
Der Arbeitsplatz der Lehrerin/ des Lehrers befindet sich – wie auch die Arbeitsplätze der Schüler/innen – inmitten des Lerngeschehens (und nicht vorne bei der Tafel).
Die Gesprächszeit mit den einzelnen Kindern hat zugenommen.
Das Gemeinschaftsgefühl muss nicht speziell gefördert werden, im Gegenteil. Sie arbeiten so viel in Gruppen und dabei ist erstaunlich, dass sie sich immer neu gruppieren.Erfahrungen im Churer Modell

Dokumente: Churer Modell

Kurzbeschrieb des Churer Modells
Binnendifferenzierung kann anhand eines an der Stadtschule Chur erprobten Modells umgesetzt werden. Diese wird dort mit zehn Schritten angewandt, welche alle in diesem Dokument nachzuverfolgen sind.
Autor/Autorin: Reto Thöny
Umfang/Länge: 4 Seiten
Fächer: alle
Stufen: alle
Churer Modell: Erfahrungsberichte
Das Projekt «Churer Modell» startete im Schuljahr 2010/11 mit zwei Klassen. Später stiessen neun weitere Klassen dazu. Begleitet wird das Projekt von Arno Ulber von der PH Graubünden. Dieser hat im Rahmen einer Evaluation sieben Klassenteams zu ihren Erfahrungen mit binnendifferenziertem Unterricht befragt, welche hier nachzulesen sind.
Autor/Autorin: Reto Thöny
Umfang/Länge: 9 Seiten
Fächer: alle
Stufen: alle
Churer Modell: Projektdossier
Die vorliegende Broschüre will das Churer Modell als Möglichkeit der Binnendifferenzierung im Unterricht vorstellen und aufzeigen, wie sich diese Form des Unterrichts in den sechs Qualitätsbereichen auswirkt.
Autor/Autorin: Reto Thöny
Umfang/Länge: 8 Seiten
Fächer: alle
Stufen: alle
Churer Modell: 10 Merkmale
In dieser Zusammenfassung sind kurz und knapp die zehn Merkmale des Churer Modells angegeben. Wer in diesem Modell unterrichtet, sollte sich an diesen Punkten orientieren.
Autor/Autorin: Reto Thöny
Umfang/Länge: 1 Seite
Fächer: alle
Stufen: alle
Churer Modell: Selbstreflexionsbogen
Mit diesem Selbstreflexionsbogen können Lehrpersonen überprüfen, inwieweit sie das Churer Modell zur Binnendifferenzierung in ihrem eigenen Unterricht realisiert haben. Der Bogen orientiert sich an den 10 Merkmalen des Churer Modells.
Autor/Autorin: Reto Thöny
Umfang/Länge: 3 Seiten
Fächer: alle
Stufen: alle