Häufige Fragen:

Wie kann ich in Niveaus arbeiten lassen, wenn ich am Schluss trotzdem Noten machen muss? Für welche Stufe eignet sich dieses Modell? Wählen bequeme Schüler nicht immer nur die einfachen Aufgaben aus? Antworten auf diese und andere Fragen.

Wählen bequeme Schülerinnen und Schüler nicht immer nur die einfachen Aufgaben aus?

Es kann mehrere Gründe dafür geben, weshalb Schüler und Schülerinnen sich nicht selbst fordern. Entweder trauen sie sich nicht mehr zu oder sie haben keine Lust, sich anzustrengen. Der binnendifferenzierte Unterricht lässt dieses Ausweichen zu. Der Vorteil dabei: es wird offensichtlich und die Lehrperson kann die Schülerinnen und Schüler darauf ansprechen und Erwartungen formulieren. Die Zielsetzung wird im gemeinsamen Gespräch festgelegt und durch die Lehrperson auch überprüft. 
Als Lehrperson achte ich auch auf die Zuschreibungsmuster der Kinder (Wie erklärt sich ein Kind Erfolg/Misserfolg!) und korrigiere diese wenn nötig.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass schwache Schüler bei dieser Arbeitsweise das Gefühl haben, sie seien gut. Diesen Eindruck erhalten auch die Eltern dieser Schüler, da die Aufgaben ja angepasst sind.

Das Problem zeigt, dass Sie alles richtig machen. Denn Binnendifferenzierung bedeutet nichts anderes, als Lernerfolge für alle Schülerinnen und Schüler zu organisieren. Es ist nun eine anspruchsvolle pädagogische Aufgabe, die Leistungen der Schüler und Schüler zu würdigen und trotzdem eine realistische Leistungseinschätzung beim Kind und den Eltern zu erreichen. Dieses Thema muss am Elternabend angesprochen werden.

Macht es Sinn, die Schwierigkeitsgrade der Lernangebote für die Lernenden z.B. mit Farben transparent zu machen?

Erfahrungen zeigen, dass Kinder sich recht gut einschätzen können. Die Lernangebote werden im Kreis vorgestellt und die Lernziele transparent gemacht. Die Schülerinnen und Schüler wissen, was «Grundanforderungen» bedeutet und welche Lernangebote die erweiterten und stark erweiterten Ziele abdecken. Hier können Farben zur Markierung sicher helfen. Andererseits wird gegen aussen sichtbar, in welcher «Farbe» ein Schüler hauptsächlich arbeitet. Daher würde ich es mit der Beschreibung des Anspruchsniveaus belassen.

Wichtig ist, das stets alle Lernangebote allen Lernenden offen stehen, damit niemand im Lernen diskriminiert wird. Wählt eine Schülerinnen oder ein Schüler ein zu anspruchsvolles / oder zu wenig forderndes Niveau, sollte die Lehrperson nicht eingreifen, sondern es vorerst beim Beobachten belassen. Die Lernenden müssen die Gelegenheit erhalten, selber Erfahrungen zu sammeln. Diese können in Lerngesprächen reflektiert werden.

Wie kann ich in Niveaus arbeiten lassen, wenn ich am Schluss trotzdem Noten machen muss?

Das ist kein Widerspruch. Dieser Unterricht ist lernziel- und nicht schulbuchorientiert. Jede Lerneinheit wird mit einer Lernkontrolle abgeschlossen. Den Schülerinnen und Schülern wird transparent gemacht, mit welchen Lernangeboten sie welche Ziele erreichen können. Wer die Grundanforderungen sicher erfüllt, wird maximal die Note 4.5 erreichen. Um eine bessere Note zu erhalten, müssen Aufgaben aus den Bereichen «erweiterte Lernziele» und «stark erweiterte Lernziele» gelöst werden können. Die Lernkontrollen bilden diese Stufen ab.

Für welche Stufe eignet sich das Churer Modell?

In der Churer Stadtschule wurde das Modell, das sich von der organisatorischen Grundausrichtung stark am Kindergarten orientiert, auf der Unterstufe eingeführt. Mittlerweilen sind alle Primarstufen vertreten, u.a. auch vier 5. Klassen und zwei 6. Klassen.

Download: Dokumente zum Churer Modell

Kurzbeschrieb des Churer Modells
Binnendifferenzierung kann anhand eines an der Stadtschule Chur erprobten Modells umgesetzt werden. Diese wird dort mit zehn Schritten angewandt, welche alle in diesem Dokument nachzuverfolgen sind.
Autor/Autorin: Reto Thöny
Umfang/Länge: 4 Seiten
Fächer: alle
Stufen: alle
Churer Modell: Erfahrungsberichte
Das Projekt «Churer Modell» startete im Schuljahr 2010/11 mit zwei Klassen. Später stiessen neun weitere Klassen dazu. Begleitet wird das Projekt von Arno Ulber von der PH Graubünden. Dieser hat im Rahmen einer Evaluation sieben Klassenteams zu ihren Erfahrungen mit binnendifferenziertem Unterricht befragt, welche hier nachzulesen sind.
Autor/Autorin: Reto Thöny
Umfang/Länge: 9 Seiten
Fächer: alle
Stufen: alle
Churer Modell: Projektdossier
Die vorliegende Broschüre will das Churer Modell als Möglichkeit der Binnendifferenzierung im Unterricht vorstellen und aufzeigen, wie sich diese Form des Unterrichts in den sechs Qualitätsbereichen auswirkt.
Autor/Autorin: Reto Thöny
Umfang/Länge: 8 Seiten
Fächer: alle
Stufen: alle
Churer Modell: 10 Merkmale
In dieser Zusammenfassung sind kurz und knapp die zehn Merkmale des Churer Modells angegeben. Wer in diesem Modell unterrichtet, sollte sich an diesen Punkten orientieren.
Autor/Autorin: Reto Thöny
Umfang/Länge: 1 Seite
Fächer: alle
Stufen: alle
Churer Modell: Selbstreflexionsbogen
Mit diesem Selbstreflexionsbogen können Lehrpersonen überprüfen, inwieweit sie das Churer Modell zur Binnendifferenzierung in ihrem eigenen Unterricht realisiert haben. Der Bogen orientiert sich an den 10 Merkmalen des Churer Modells.
Autor/Autorin: Reto Thöny
Umfang/Länge: 3 Seiten
Fächer: alle
Stufen: alle
Das Gemeinschaftsgefühl muss nicht speziell gefördert werden, im Gegenteil. Sie arbeiten so viel in Gruppen und dabei ist erstaunlich, dass sie sich immer neu gruppieren.Lehrperson

Haben Sie spezifische Fragen zum Churer Modell oder zum binnendifferenzierten Unterricht im Allgemeinen? Sie können uns diese mittels Kontaktformular zukommen lassen. Das Begleitteam wird versuchen, die Fragen zu beantworten. Die Antwort erfolgt per Mail; eine Veröffentlichung auf dieser Seite geschieht in anonymisierter Form.