Hate Speech:
Hate Speech ist im Internet weit verbreitet. Besonders häufig zu finden ist digitale Hassrede überall dort, wo sich Menschen weitgehend unkontrolliert austauschen können, beispielsweise auf Social Media Plattformen oder in Foren. Was für Folgen hat das für Betroffene? Welche Auswirkungen hat Hate Speech für die Gesellschaft? Und wie kann dagegen vorgegangen werden?
Hate Speech
Hate Speech
Betroffene
strafbar?
Hate Speech
Lehrpersonen
Was ist Hate Speech?
»Wir bezeichnen eine Aussage als Hate Speech, wenn eine Person oder Gruppe aufgrund gewisser Identitätsmerkmale entweder beleidigt, abgewertet oder diskriminiert wird.
Solche Identitätsmerkmale können in einer eng gefassten Definition das Geschlecht, Alter, sexuelle Orientierung, Religionszugehörigkeit, Nationalität, Hautfarbe oder beispielsweise Herkunft sein.
Eine breitere Definition von Hate Speech kann auch abwertenden Sprachgebrauch gegen eine Person oder Gruppe aufgrund ihres sozialen Status (z.B. Bildung oder Einkommen) oder ihrer politischen Einstellung beinhalten.»
Quelle: Stop Hate Speech
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Erklärvideo:
SCHAU HIN!-Botschafterin Lissy Ishag zum Thema Hate Speech
(25.09.2020) Video: 1:05
Was wisst ihr schon über Hate Speech?
- Quiz von Be Freelance: Hassrede erkennen und einordnen
- Quiz von Hate Aid: Wie fit bist du in Gegenrede?
- Infografik zu Hate Speech (Was ist es? Unterschied zu Cybermobbing, was dagegen machen) PDF
Hate Speech kann uns alle treffen!
No Hate Speech Kampagne – Hate is Random „Fight Hate!“ ist der Aufruf an Betroffene und die Öffentlichkeit, nicht länger zu schweigen und Hatern Konter zu bieten. Es gibt Anlaufstellen und Organisationen, die einem dabei helfen gegen Hassreden im Internet oder im öffentlichen Raum vorzugehen. Hier gibt es nützliche Tipps, wie man bei Hasspostings gegen sich selbst oder gegen andere Schritt für Schritt vorgehen kann. (15.03.2020) Video: 1:31
Aus welchen Gründen werden Jugendliche beleidigt?
In dieser Studie wurden 12–19-Jährige befragt. Mit Abstand als häufigsten Grund für Beleidigungen und Hate Speech gaben die Jugendlichen das Aussehen (Gewicht, Größe etc.) der Person an. Danach folgten sexuelle Orientierung und Herkunft oder Hautfarbe. Politische Ansichten oder religiöse Überzeugungen spielten eher eine untergeordnete Rolle.
Quelle | Titel | Hintergründe | Schwierigkeit |
|---|---|---|---|
Klicksafe: Was ist Hate Speech Klicksafe erklärt, was Hate Speech ist, wie sie online auftritt und welche Folgen sie für Betroffene hat. Die Seite zeigt typische Formen von Hassrede und gibt Tipps, wie Jugendliche Hate Speech erkennen und darauf reagieren können. | |||
Jugend und Medien: Hass und Radikalisierung Die Website von Jugend und Medien zeigt, wie Jugendliche online mit Hassrede und extremistischen Inhalten in Kontakt kommen können und welche Risiken dabei entstehen. Sie gibt Eltern und Lehrpersonen Orientierung, wie sie Jugendliche schützen und im Umgang mit problematischen Inhalten unterstützen können. | |||
Saferinternet: Was sind Hasspostings? Saferinternet erklärt, was Hasspostings sind, wie sie online auftreten und woran man sie erkennen kann. Die Seite bietet praktische Hinweise zum Umgang mit solchen Inhalten und zeigt, wie Betroffene und Beobachtende reagieren können. | |||
| Handysektor: Hass im Netz Handysektor erklärt, was Hate Speech bedeutet und wie Jugendliche ihr im Netz begegnen können. Die Seite zeigt Beispiele, gibt praktische Tipps zum Umgang damit und unterstützt Jugendliche dabei, Hasskommentare besser einzuordnen. | ||
| Juuport: Hass im Netz JUUUPORT erklärt, wie Hass im Netz entsteht, welche Formen er annehmen kann und warum er Betroffene stark belastet. Die Seite gibt Jugendlichen konkrete Tipps, wie sie mit Hate Speech umgehen und wo sie Hilfe finden können. | ||
| Hälfte aller jungen Menschen von Hass im Netz betroffen Digitale Gewalt scheint mittlerweile ein integrativer Bestandteil des Internets zu sein. Jeder zweite junge Erwachsene hat selbst Hass und Hetze im Netz erlebt, das zeigt eine kürzlich veröffentlichte Studie. (19.04.2022) | ||
Hate Speech: Betroffen heisst nicht Opfer sein In den letzten Jahren hat Hassrede im Netz sprunghaft zugenommen. Viele Betroffene haben inzwischen Strategien für den Umgang mit Hate Speech entwickelt. (27.10.2020) | |||
| Hatespeech gegen Influencerin: »Ich hab‘ viel geweint« Beschimpfungen sind schon lange Alltag für Louisa Dellert und viele andere Influencer. Heute lässt die 32-Jährige die Tiraden nicht mehr an sich heran. Wie hat sie das geschafft? (26.04.2021) Video: 7:41 | ||
| Medially – der Medienkompetenzpodcast – Folge 33 Hate Speech /Deutschland) Gut mit Medien leben. Es ist möglich! Ob in medienpädagogischen Projekten, im Austausch mit Jugendlichen, im Privatleben oder im Netz: Überall entdecken wir (neue) mediale Phänomene! Und quatschen darüber bei Medially. Mit unserem Podcast wollen wir zum Nachdenken anregen, Unterschiede zwischen den Generationen aufzeigen und Vorurteile abbauen. Wir sprechen zum Beispiel über Handysucht (gibt es das wirklich?), Informationskompetenz oder die häufig völlig unterschiedlichen Medienvorlieben von Eltern und Kindern. (18.19.2019) Podcast: 50:40 | ||
| PSYCHOLOGOS – Hate Speech (Schweiz, Schriftsprache) Der Podcast erklärt, was Hate Speech ist, wie sie Betroffene beeinflusst und welche Strategien im Umgang damit helfen können. (10.05.2022) Podcast: 32:40 | ||
| Dissens #209 Hate Speech: „ Zu wenige Menschen begreifen die Gefahr für unsere Demokratie Der Podcast diskutiert, warum Hate Speech eine wachsende Gefahr für die Demokratie darstellt und welche gesellschaftlichen Strukturen sie begünstigen. (26.04.2023) Podcast: 34:22 | ||
| HateAid – Über Hass reden (Podcast-Sammlung) Die Podcastsammlung von HateAid präsentiert Gespräche über Hass im Netz mit Betroffenen und Expert*innen und gibt praktische Tipps zum Umgang mit digitaler Gewalt. |
Was ist Hate Speech?
Einzelarbeit
Schreibe in vier Sätzen eine Definition von Hate Speech auf.
Kooperation
Partnerarbeit: Suche dir ein:e Tandem-Partner:in. Vergleicht eure Definitionen. Notiert euch in Stichworten, welche Unterschiede ihr feststellt und ob es Punkte gibt, bei denen ihr euch nicht einig seid. Versucht anschliessend, eine gemeinsame Definition zu notieren.
Austausch im Plenum
Ausstellung: Legt alle Definitionen eurer Gruppe aus. Nun geht ihr von Definition zu Definition und verteilt 1-3 Punkte (1=am wenigsten einverstanden, 3=am meisten einverstanden). Zählt danach die Punkte zusammen. Welche Definition hat am meisten überzeugt?
Hate Speech auf deinem Smartphone?
Kooperation

Partnerarbeit: Suche dir ein:e Tandem-Partner:in.
- Schreibt Beispiele auf, gegen welche Identitätsmerkmale sich Hate Speech richten kann.
- Recherchiert im Internet den Begriff Hate Speech und ergänzt eure Liste von Beispielen.
- Recherchiert auf euren Youtube-, TikTok-, Insta-
oder X-Kanäle: Findet ihr Kommentare, die als Hate Speech bezeichnet werden können? Schreibt die gefundenen Beispiele auf.
Austausch im Plenum
Diskussion: Sammelt die gefundenen Beispiele. Diskutiert folgende Fragen:
- Seid ihr euch bei allen Beispielen einig, dass es sich um Hate Speech handelt?
- Welche Personen werden besonders häufig beleidigt?
- Habt ihr viel Hate Speech gefunden oder eher weniger als erwartet?
- Habt ihr auch Beiträge gefunden, in denen sich jemand gegen Hate Speech stark macht?
Wo sind die Grenzen? Warum fällt es uns schwer, Hate Speech einzuordnen?
Eure Erfahrungen mit Hate Speech
Einzelarbeit
Mache dir Gedanken zu folgenden Fragen:
- Kennst du jemanden, der von Hate Speech betroffen ist oder war?
- Hast du selbst schon Hate Speech erlebt?
- Möchtest du in dieser Gruppe über deine Erfahrungen zu diesem Thema sprechen? Gibt es Themen, die du nicht ansprechen möchtest?
Hinweis: Wenn du selbst betroffen bist, dann findest du in dieser Lernumgebung konkrete Hilfsangebote.
Kooperation
Partnerarbeit: Suche dir ein:e Tandem-Partner:in. Diskutiert folgende Fragen und notiert Stichworte:
- Tauscht euch aus über eure Erfahrungen mit Hate Speech.
- Sprecht ihr mit Freund:innen über das Thema Hate Speech?
- Sollte öfter über Hate Speech gesprochen werden? Warum/warum nicht?
Austausch im Plenum
Austausch:
Sammelt im Plenum eure Antworten zu den Diskussionsfragen und diskutiert darüber.
Umgang miteinander in der Klasse
Einzelarbeit
- Wie wohl fühlst du dich in der Klasse?
- Wie geht ihr miteinander um?
- Ist es ok, anders als die anderen zu sein?
- Wünschst du dir etwas? Welche Veränderungen wünschst du dir für deine Klasse?
Kooperation
Partnerarbeit: Suche dir ein:e Tandem-Partner:in. Diskutiert folgende Fragen und notiert Stichworte:
- Wie wohl fühlt ihr euch in eurer Schulklasse/Gruppe?
- Geht ihr in eurer Schulklasse/Gruppe respektvoll miteinander um?
- Gibt es in eurer Schulklasse/Gruppe Beleidigungen und Abwertungen?
- An welche Personen könnt ihr euch wenden, wenn ihr Diskriminierungen beobachtet oder erlebt?
Austausch im Plenum
Austausch:
Diskutiert in der Gruppe/Klasse folgende Fragen:
- Wie wohl fühlt ihr euch in eurer Schulklasse/Gruppe
- Geht ihr in eurer Schulklasse/Gruppe respektvoll miteinander um?
- Möchtet ihr am Umgang miteinander etwas ändern?
Die Diskussionspunkte können auch anonym mit Zetteln durchgeführt und von der Lehrperson dann moderiert werden.
Umgang im Netz und in der Klasse
Kooperation
Gruppenarbeit: Bilde mit 3-4 weiteren Personen eine Gruppe. Die Hälfte von allen Gruppen beschäftigt sich mit der Frage nach den Regeln, die in eurer Klasse/Schule gelten. Die andere Hälfte der Gruppen hat das Thema Regeln im Netz.
Sammelt Ideen und schreibt jede Regel auf, die euch in den Sinn kommt.
Diskutiert anschließend folgende Fragen:
- Gibt es Unterschiede in den beiden Bereichen?
- Ist das Einhalten der Regeln im Netz und in der Klasse gleich schwierig?
- Was sind die Konsequenzen, wenn die Regeln in der Schule oder im Netz nicht eingehalten werden?
- Denkt ihr, dass es Anpassungen braucht?
- Im Internet wird von Netiquette gesprochen, Video: Netiquette leicht erklärt (02.08.2024) Video: 8:47
Fallen Euch noch weitere Regeln ein, die im Video nicht genannt werden?
Hate Speech: Ein Beispiel
Kooperation
neuneinhalb – Deine Reporter: Hass im Netz | WDR
Seid ihr im Internet auch schon auf Hasskommentare gestoßen? Dort wimmelt es von wütenden Tweets und fiesen Kommentaren unter Instagram-Posts und YouTube-Videos. Was man dagegen tun kann? Und warum es überhaupt so viel Hass im Netz gibt? Reporterin Jana findet es heraus. Noch mehr zu ‚neuneinhalb – Deine Reporter‘ unter: neuneinhalb – Deine Reporter: Hass im Netz (22.02.2018) Video: 9:24
Macht euch Notizen während dem Anschauen des Videos. Überlegt euch vorher Fragen oder wählt aus diesen Fragen aus.
- Welche Beleidigungen kommen vor?
- Was wird zum Thema Recht gesagt?
- Was ist Meinungsfreiheit?
- Wieso gibt es so viel Hass im Netz?
- Was sagen Menschen, die Hate Speech erleben?
- Was kann man gegen Hate Speech tun?
- Was ist euch sonst noch aufgefallen?
Kooperation
Erkenntnisrunde:
Stellt euch eure gewonnenen Erkenntnisse kurz vor. Fragt nach, falls ihr mehr wissen wollt!
Diskussionsrunde:
Verteilt die folgenden Rollen auf eure Gruppenmitglieder:
Diskutiert nun gemeinsam die folgenden Fragen zum Film:
- Was sind mögliche Beweggründe der Täter:innen?
- Wie zeigt sich das Leiden der Opfer?
- Wie bewertet ihr die Strategien der Opfer, mit Hate Speech umzugehen?
- Denkt ihr, dass die Strategie des Vereins HateAid (Verein zur Unterstützung von Hate Speech-Betroffenen) erfolgsversprechend ist? Habt ihr andere Ideen, was man gegen Hate Speech tun kann?
- Falls ihr euch in eurer Gruppe wohl fühlt und ein wenig tiefer gehen möchtet: Habt ihr Erfahrungen mit dem Thema „Hate Speech“? In irgendeiner bestimmten Rolle? Mögt ihr euch gemeinsam darüber austauschen?
Welche Menschen erleben Hate Speech?
Menschen können aufgrund von vielen verschiedenen Gründen mit Hate Speech konfrontiert sein. Beispielsweise weil sie sich politisch engagieren und ihre Meinungen öffentlich vertreten. Auch Menschen, die zum Beispiel für Medien arbeiten, erleben Angriffe auf ihre Person. Sportler:innen können auch Ziel von Hate Speech sein.
Republik – Aber wehe, sie machen den Mund auf
Vier Frauen schildern den ganz alltäglichen Rassismus und Sexismus in der Schweizer Politik. Wie sie angefeindet werden, was sie darüber denken und wie sie sich wehren. (19.03.2021)
Beleidigungen, Drohungen und Gewalt – So viel Hass kriegen Politiker:innen ab
Wer in die Politik einsteigt, muss ein dickes Fell haben. Statt Kritik hagelt es auch Hass in Form von Beleidigungen, Drohungen und Gewalt gegen junge Politisierende. Unsere nicht repräsentative Umfrage ergab: 61 Prozent der Befragten hat bereits Hass im Netz oder im Alltag erlebt. Was macht das mit den Betroffenen und ab wann hat unsere Demokratie ein Problem? (15.02.2023) Video: 13:19
Fallbeispiele aus verschiedenen Bereichen mit Videos und Artikeln
Hate Speech in der Politik
Hate gegen Frauen in der Politik: Wie Nancy Faeser zum Feindbild wird | hessenschau DAS THEMA Vielleicht hofft Frau Faeser, dass sie auch mal wieder Sex hat.“ – Kommentare wie diese, die weit unter die Gürtellinie gehen. Wo der Name Nancy Faeser in den sozialen Netzwerken auftaucht, hagelt es gerne mal Beleidigungen und sexualisierter Hass gegen die Bundesinnenministerin. Kein Einzelfall – Frauen in der Politik müssen deutlich mehr einstecken als ihre männlichen Kollegen. Jede zwanzigste Hassnachricht an eine Frau, ist eine Vergewaltigungsandrohung, so die Hilfsorganisation HadeAid. Mit einem Sozialpsychologen sprechen wir über mögliche Motive für solche Attacken und wo die Grenze von Meinungsfreiheit zu Beleidigung überschritten wird. (01.02.2023) Video: 6:15
Politikerinnen führen einen schweren Kampf gegen Rassisten Politikerinnen und Politiker sind oft Hassbotschaften ausgesetzt. Jüngst gab eine Zürcher Kantonsrätin deswegen gar den Rückzug aus dem Parlament bekannt. Fachleute sehen die Gefahr, dass sich so weniger junge Menschen aus Randgruppen in der Politik beteiligen. (16.09.2022) Video: 4:05
Hate Speech im Sport
Fussballer lesen Hassnachrichten vor, die sie bekommen haben. Mit einer gemeinsamen Aktion machen zahlreiche Fußballprofis auf Cybermobbing und Hass im Internet aufmerksam. In einem veröffentlichten Video lesen u.a. Toni Kroos, Dayot Upamecano und Niklas Süle schlimme Hass-Nachrichten vor, die sie – teilweise anonym – empfangen. (26.02.2021) Video: 1:36
Rassistische Beleidigungen überschatten U21-EM-Auftakt – Faeser verurteilt Äußerungen – DFB kündigt rechtliche Schritte an Nach den rassistischen Beleidigungen gegen die deutschen U21-Nationalspieler Youssoufa Moukoko und Jessic Ngankam nach dem EM-Auftakt haben sich DFB, Vereine und Innenministerin Faeser klar hinter sie gestellt. (23.6.2023)
Hasskommentare gegen Medienschaffende
Journalist:innen lesen Hasskommentare vor, die sie bekommen haben. 2021 war sehr frustrierend. Und teils habt ihr euren Frust an uns ausgelassen. Wir sind tief in den Ozean der Kommentare eingetaucht, um euch diese Perlen zu präsentieren. Gern geschehen. (27.12.2021) Video: 2:57
Hass gegen Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung und Lebensweise
Ein Sportmoderator berichtet von seinen Erlebnissen. «Dieser blindwütige Hass muss aufhören», sagt Olivier Borer. Im Gespräch erklärt der 41-Jährige, wie nahe ihm die Beleidigungen gehen, warum er diese öffentlich macht und was ihn trotz allem positiv stimmt. (11.05.2023)
Hate Speech im Sport – Was wird dagegen getan?
An der Veranstaltung „Hate Poetry – Hassposts gelesen von Betroffenen aus dem Sport“ wurde dieses Video gezeigt (23.10.20).
Das Video heisst “Hate Speech im Sport – empowernder Umgang von Betroffenen mit Hasskommentaren“ und entstand als Teil des Maßnahmenpakets „Demokratieförderung im Sport – Sport mit Courage“ der Deutschen Sportjugend.
Hate Speech im Sport – empowernder Umgang von Betroffenen mit Hasskommentaren Video-Clip über Hass-Kommentare als Zeichen gegen Hass und Hetze (30.04.2021) Video: 6:10
Quelle | Titel | Hintergründe | Schwierigkeit |
|---|---|---|---|
| HateAid – Über Hass reden (Trailer) Gamer:innen, Wissenschaftler*innen und auch Privatpersonen, die sich einfach nur über ihr Hobby im Internet austauschen wollen – sie alle erleben Hass im Netz. HateAid steht diesen Menschen zur Seite und in diesem Podcast stellen wir euch ihre Geschichten vor. Autorin und Schauspielerin Samira El Ouassil begleitet euch durch die unschönen Seiten des Internets. (30.06.2022) Video: 1:44 Über Hassreden – der Podcast von HateAid |
Hate Speech: Ein Beispiel
Zivile Helden – Hass im Netz „Zwei Videos in einem“ – hier wirst Du entscheiden können aus welcher Perspektive Du Hass im Netz wahrnehmen kannst. Entscheide mit einem Klick zwischen unserer Version A und B und wechsle auf die andere Seite.
Kooperation
Partnerarbeit: Suche dir ein:e Tandem-Partner:in. Schaut euch gemeinsam den Kurzfilm oben zum Thema Hate Speech an. Diskutiert anschließend folgende Fragen und macht euch Notizen:
- Welche Personen tauchen auf? Wer von ihnen ist Opfer oder Täter:in?
- Gegen welches Identitätsmerkmal (z.B. Geschlecht, Alter, sexuelle Orientierung, Religionszugehörigkeit, Nationalität, Hautfarbe oder Herkunft) richtet sich ihre Hate Speech hauptsächlich?
- Welche Wirkung haben die Aussagen auf die Opfer?
- Haben die Aussagen auch bei euch Emotionen ausgelöst?
- Wie verändert sich eure Wahrnehmung der Szene, wenn ihr sie einmal aus der Sicht des Opfers und einmal aus der Sicht der Täter:innen betrachtet?
Kooperation
Erkenntnisrunde: Stellt euch eure gewonnenen Erkenntnisse kurz vor. Fragt nach, falls ihr mehr wissen wollt!
Diskussionsrunde: Verteilt die folgenden Rollen auf eure Gruppenmitglieder:
Diskutiert nun gemeinsam die folgenden Fragen zum Film:
- Was sind offene und versteckte Beweggründe der Täter:innen?
- Wie zeigt sich das Leiden des Opfers?
- Wie denkt ihr über die verschiedenen Reaktionen der gezeigten Personen?
Umgang mit Hatern
Einzelarbeit
Lies den Artikel durch:
Watson Zielscheibe der Wut – Tamara Funiciello auf dem Roadtrip ins Hassland Keine Frau in der Schweiz wird mehr gehasst als Tamara Funiciello. Täglich beschimpfen und bedrohen sie Dutzende im Netz. Die Juso-Präsidentin sucht vier Hater auf, um herauszufinden: Woher kommt diese Wut? (28.3.19)
- Schreibe in drei, vier Sätzen aus, worum es im Artikel geht.
- Wie findest du die Idee der Konfrontation?
- Was für andere Möglichkeiten gäbe es?
Was denkst du: Wie würdest du selbst handeln?
Kooperation
Partnerarbeit: Suche dir ein:e Tandem-Partner:in. Diskutiert folgende Fragen und notiert Stichworte:
- Was denkt ihr, haben die Personen beim Schreiben der Kommentare gedacht?
- Gibt es Entschuldigungen oder legitime Gründe für solche Kommentare?
- Hätten diese Personen die Kommentare auch im realen Leben gemacht?
- Was haben die Personen bei der Konfrontation gedacht?
- Denkt ihr, dass diese Aktion der Konfrontation etwas gebracht hat?
Austausch im Plenum
Austausch:
Diskutiert in der Gruppe/Klasse folgende Fragen:
- Wie findet ihr die Aktion?
- Was ist positiv daran?
- Was negativ?
Würdet ihr dies auch so machen?
Perspektivenwechsel-Rollenspiel – Hate Speech verstehen
Einzelarbeit
Lies nochmals als Einführung zu „Was ist Hate Speech?“ auf der Seite „Klicksafe“
Schreibe in drei, vier Sätzen aus, was Hate Speech ist
- Worin liegt der Unterschied zu Beleidigung, Mobbing oder Provokation?
Kooperation
Partnerarbeit: Bildet eine Gruppe zu je 4-6 Personen. Liest gemeinsam das Szenario durch und überlegt euch ca. 5-10 min einen Ablauf (Absprachen, evtl. kurze Dialoge) Die Gruppen lesen gemeinsam das Szenario und überlegen sich einen Ablauf. Spielt danach das Szenario möglichst frei durch.
Tipp: Es geht nicht um schauspielerisches Können, sondern ums Erleben der Perspektiven.
Optional: 1–2 Gruppen spielen ihr Rollenspiel vor der Klasse vor.
Nach dem Rollenspiel diskutiert folgende Frage und macht euch Notizen:
– Wie hast du dich in deiner Rolle gefühlt?
- Was hat dir gefallen / missfallen?
- Wie hättest du dich außerhalb der Rolle verhalten?
- Was hätte der Situation geholfen?
- Welche Verantwortung haben Zuschauer:innen? Die Plattformmoderation?
Beispiel Szenarien
Beispiel Szenario 1:
„In einer WhatsApp-Klassengruppe wird ein Schüler namens Sam (w/m/d) regelmäßig wegen ihrer*seiner Kleidung und Herkunft beleidigt. Die Angriffe kommen vor allem von einer Person. Einige schauen nur zu, andere lachen mit. Eine Person versucht, einzuschreiten. Die Nachricht wird schließlich auch der Plattformmoderation (Lehrkraft / Klassenvertretung / Schulsozialarbeit) gemeldet.“
Mögliche Rollen (je nach Grösse):
Täter:in (verbreitet beleidigende Inhalte)
Betroffene:r (wird zum Ziel von Hate Speech)
Zuschauer:in passiv (liest mit, reagiert nicht)
Zuschauer:in aktiv (versucht einzugreifen)
Plattformmoderation / Aufsichtsperson (z. B. Lehrkraft, Schulsozialarbeit, Admin)
Beispiel Szenario 2:
„In einem Instagram-Post der Schule über ein Sportturnier sieht man Farah, eine Mitschülerin mit Kopftuch, im Siegerteam. Unter dem Beitrag erscheinen Kommentare wie „Bestimmt durfte die nur mitspielen, damit es nach Vielfalt aussieht“ oder „Die mit dem Tischtuch auf’m Kopf ist eh nie beim Sport dabei“.
Andere Schüler:innen sehen die Kommentare, einige liken sie sogar. Eine Person überlegt, etwas dagegen zu sagen.“
Mögliche Rollen (je nach Grösse):
Farah (Betroffene)
Kommentar-Verfasser:in
Mitlesende/r Schüler:in (passiv)
Mitlesende/r Schüler:in (aktiv)
Social Media Admin / Lehrperson (Plattformmoderation)
Beispiel Szenario 3:
„Luca bewirbt sich als Klassensprecher:in und macht sich im Vorfeld stark für mehr LGBTQ+-Sichtbarkeit an der Schule. In einer Klassengruppe auf Snapchat wird darüber gelästert:
„Luca ist doch selbst queer – da weiß man ja, was dann passiert“, schreibt jemand.
Ein anderer postet ein Meme mit beleidigendem Unterton.
Luca bekommt Screenshots zugeschickt und ist verunsichert, ob er:sie noch antreten soll.“
Mögliche Rollen (je nach Grösse):
Luca (Betroffene:r)
Meme-Poster:in / Lästermacher:in
Mitlesende:r (unsicher, wie
reagieren)
Freund:in, der:die helfen will
Vertrauenslehrperson / Schulsozialarbeit (Plattformmoderation)
Beispiel Szenario 4:
„In einem Discord-Server für eine Gaming-AG postet Jana ein Video, wie sie ein Spiel auf einem hohen Level meistert.
Ein anderer User kommentiert: „Wow, die hat das sicher nicht selbst gespielt.“
Ein zweiter schreibt: „Typisch Tussi – kann nix, will Fame.“
Es entsteht eine Diskussion im Chat – einige lachen, andere schweigen, eine Person meldet den Kommentar dem Server-Mod.“
Mögliche Rollen (je nach Grösse):
Jana (Betroffene)
Kommentarschreiber:in 1
Kommentarschreiber:in 2
Zuschauer:in (passiv)
Zuschauer:in (aktiv)
Servermoderation
Austausch im Plenum
Austausch:
Diskutiert in der Gruppe/Klasse folgende Fragen:
- Was überrascht euch an den Erfahrungen?
- Warum ist es schwer, einzugreifen?
- Welche Handlungsmöglichkeiten haben wir als Einzelpersonen / Klasse?
- Was können Schulen / Plattformen besser machen?
Welche Folgen hat Hate Speech für Betroffene und Gesellschaft?
Für Betroffene kann Hate Speech Gefühle wie Wut, Angst, Traurigkeit, Ärger und auch Hass auslösen. Weitere Folgen können körperliche Unruhe, Schlafstörungen und ein vermindertes Selbstwertgefühl sein. Das Sicherheitsgefühl kann beeinträchtigt sein, was zu Gefühlen der Ohnmacht führen kann. Wenn die Belastung und der emotionale Stress groß sind, ist es ratsam, sich professionelle Unterstützung zu suchen.
Für unsere Gesellschaft ist die Meinungsfreiheit sehr wichtig. In unserem Politiksystem der Demokratie sind unterschiedliche Meinungen zentral. Wo liegen die Grenzen der Meinungsfreiheit und wo beginnt Hate Speech?
Wenn Menschen in ihrer Würde angegriffen werden, ist die Grenze der freien Meinungsäußerung überschritten.
Hate Speech ist kein Internetphänomen und kann bis in die reale Welt wirken, wenn z. B. zu Gewalt aufgerufen wird und konkrete Schritte dazu unternommen werden.
Diese ehemalige „GNTM“-Teilnehmerin wurde Opfer von Cybermobbing – so hat sich ihr Leben verändert
Lijana Kaggwa war nach ihrer Teilnahme bei Germany’s Next Topmodel massivem Cybermobbing ausgesetzt. (13.04.2023)
Gefahr für Demokratie
Hate Speech kann eine Gefahr für unsere Gesellschaft und unser politisches System sein. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn Menschen, die sich in der Politik engagieren, Beleidigungen und Anfeindungen ausgesetzt sind. Die Schweizer Politikerin Sarah Akanji hat auf ihrem Insta-Account darüber berichtet.
Folgen für Wirtschaft
Hate Speech kann Folgen für die Wirtschaft haben. Berühmte Personen haben oft Werbeverträge mit bekannten Marken. Was passieren kann, wenn sich Werbeträger als Vertreter von Hate Speech herausstellen, könnt ihr hier nachhören.
Adidas beendet Zusammenarbeit mit Kanye West
Der Sportartikelhersteller Adidas will nicht länger mit US-Rapper Kanye West zusammenarbeiten. Das gab das Unternehmen bekannt. Grund seien die „inakzeptablen, hasserfüllten und gefährlichen“ Äußerungen des Rappers. (25.10.2022)
Quelle | Titel | Hintergründe | Schwierigkeit |
|---|---|---|---|
Hasskommentare im Netz und ihre Folgen Eine aktuelle Forsa-Umfrage zeigt: Drei Viertel aller Befragten haben schon einmal Erfahrung mit Hasskommentaren gemacht. Diplompsychologin Yvonne Keßel erklärt, wie die Opfer darunter leiden und warum der negative Ton im Netz die Meinungsfreiheit bedroht. Ein Gastbeitrag. (29.07.2022) | |||
Adidas zieht Ye-Linie zurück Das Unternehmen beendet die lukrative Partnerschaft mit dem Rapper Kanye West wegen seiner antisemitischen Hasstiraden. Die Aktie bricht daraufhin ein. (25.10.2022) | |||
| Hohe Verluste drohen „Yeezy“-Debakel wird für Adidas teuer Die Trennung vom Rapper Kanye West könnte beim Sportartikelhersteller Adidas ein Minus von mehreren Hundert Millionen Euro zur Folge haben. Eine Warnung des Konzerns lässt die Aktie abstürzen. (10.02.2023) | ||
| Wut und Hass im Netz: Wo endet die Meinungsfreiheit? Pöbeleien, Beleidigungen, Morddrohungen – der Hass, vor allem im Netz, kennt offenbar keine Grenzen mehr. Gleichzeitig fühlen sich viele Menschen in ihrer Meinungsfreiheit eingeschränkt. Wie passt das zusammen und was muss sich ändern? Darüber wurde bei „maybrit illner“ diskutiert. (15.11.2019) Video: 15:46 | ||
| Mord an Walter Lübcke: Nicht ganz aufgeklärt, nicht ganz aufgearbeitet Vor zwei Jahren – am 2. Juni 2019 – erschoss ein Rechtsextremist den Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke. Stephan Ernst tötete den CDU-Politiker durch einen Kopfschuss aus unmittelbarer Nähe. Ganz Deutschland war schockiert. Juristisch ist die Haupttat aufgearbeitet, der Täter Stephan Ernst ist verurteilt. Und doch bleiben nach wie vor viele Fragen offen. Wie groß ist die rechtsextreme Gefahr für Politiker und Politikerinnen? (02.06.2021) Video: 3:53 |
Engagement/Meinungsfreiheit
Einzelarbeit
Notiere dir deine Gedanken zu folgenden Fragen:
- Könntest du dir vorstellen, dich politisch zu engagieren?
- Überlege dir: Weshalb könnten andere dich beleidigen?
- Was würdest du dann tun?
Kooperation
Partnerarbeit: Suche dir ein:e Tandem-Partner:in.
Schreibt eure Gedanken zu folgenden Fragen auf:
- Was bedeutet der Begriff „Meinungsfreiheit“ für euch?
- Wie würdet ihr den Begriff „Würde des Menschen“ beschreiben?
- Recherchiert im Internet die beiden Begriffe und vergleicht sie mit euren Beschreibungen. Gibt es große Unterschiede?
- Schreibt die für euch wichtigsten Punkte zu den beiden Begriffen auf je einem Blatt auf.
Austausch im Plenum
Austausch:
Hängt die jeweiligen Blätter passend zu den beiden Begriffen Meinungsfreiheit und Menschenwürde auf, so dass alle es gut sehen können. Schaut euch alle die Punkte an.
Anschließend könnt ihr darüber diskutieren:
- Gibt es Ähnlichkeiten?
- Wo gibt es Unterschiede
- Seid ihr mit den Punkten der anderen einverstanden?
- Wo beginnt Hate Speech und wo endet Meinungsfreiheit?
- Findet ihr eine Definition, die für alle passt?
Bist du selbst von Hate Speech betroffen? Oder kennst du jemanden?
Hier findest du Hilfe.
Weitere Strategien gegen Hate Speech findet du hier: Handy Sektor Miese Kommentare unter deinem letzten Post? Jemand beleidigt deine Freunde auf ihrem Insta-Account? Oder du entdeckst hertzerische Kommentare und Postings in anderen Profilen? Sowas muss man nicht einfach hinnehmen. Im Video stellt dir Kim verschiedene Strategien vor, die du gegen Hate online einsetzen kannst. (30.10.2019) Video: 5:48
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Unsere Tipps gegen Hate Speech
- Hater:innen blockieren!
In sozialen Netzwerken kannst du andere Nutzer:innen blockieren. Zudem kannst du Hasskommentare auf der Plattform melden, damit sie gelöscht werden. Bei Saferinternet.at gibt es Anleitungen für Instagram, YouTube & Co. - Ruhe bewahren!
Nimm Hasskommentare nicht persönlich. Hass ist keine Meinung. Vertraue auf Dich selbst, Du bist toll! - Hol dir Hilfe!
Hasskommentare können sehr belastend sein. Behalte diese nicht für dich, sprich mit deinen Eltern, Schulsozialarbeitenden, Lehrpersonen oder Beratungsstellen darüber. - Sammle Informationen!
Sichere die Beweismittel, um die Diskriminierungen beweisen zu können. - Umgib dich mit Menschen, die dir guttun und macht euch eine gute Zeit!
Unterstützung von Jugendlichen für euch findet ihr hier (Juuport) im Netz und auf Social Media
Angebote für die Auseinandersetzung
Hilfe suchen
Einzelarbeit
Notiere dir deine Gedanken zu folgenden Fragen:
- Wie geht es mir im Moment?
- Gibt es Dinge, die mich belasten?
- Wem sage und zeige ich, wie es mir wirklich geht?
- Kann ich mir vorstellen, mich bei einer Beratungsstelle zu melden?
- Welche positiven Dinge in meinem Leben geben mir Kraft?
Es gibt zahlreiche Beratungsstellen. Eine Möglichkeit ist es, Unterstützung von anderen Jugendlichen zu bekommen. Schau dir dazu dieses Video von den JUUUPORT-Scouts an: Hilfe bei Cybermobbing und anderen Problemen im Netz (02.04.2020) Video: 0:36
Notiere dir deine Gedanken zu folgenden Fragen:
- Könntest du dir vorstellen, dich bei Problemen im Netz an die JUUPORT-Scouts zu wenden?
- Was kommen dir bei der Beratung von Gleichaltrigen für Vorteile in den Sinn?
- Gibt es Nachteile bei der Beratung durch Jugendliche?
Kooperation
Partnerarbeit: Suche dir ein:e Tandem-Partner:in. Schaut euch das folgende Video an: filmworksvienna no hate speech campaign 2019 Hass im Netz hat viele Gesichter: Beschimpfungen, Beleidigungen, falsche Gerüchte, diskriminierende Äußerungen. Studien zufolge wurde beinahe ein Drittel der Jugendlichen Opfer von Cybemobbing, 27% haben sexuelle Belästigung im Internet erlebt. (10.12.2019) Video: 1:16
Schreibt eure Gedanken zu folgenden Fragen auf:
- Was für Vorteile hat es, mit den Eltern über Probleme zu sprechen?
- Was können Gründe dafür sein, nicht mit den Eltern darüber zu sprechen?
- Was würdet ihr Eltern raten: wie sollen sie sich verhalten, damit ihre Kinder mit ihnen über ihre Probleme sprechen?
- Wie würdet ihr euch entscheiden und aus welchen Gründen?
Vergleicht eure Antworten mit einer anderen Tandem-Gruppe. Gibt es Unterschiede? Haltet eure Punkte beim Rat für die Eltern fest und überlegt, wie dieser an Eltern gelangen könnte
Austausch im Plenum
Austausch:
Sowohl die Ergebnisse der Einzelarbeit und die der Tandem-Gruppen können im Plenum gesammelt werden.
Bei der Einzelarbeit nur die beiden letzten Fragen zum Video, die anderen Fragen sind zu persönlich.
Die Antworten können beispielsweise aufgehängt oder aufgeklebt werden an einer Tafel oder Flipchart. Oder die Lernenden stellen ihre Antworten mündlich vor.
Anschließend können ähnliche Antworten zusammengefasst werden, kann über die Unterschiede diskutiert werden oder es kann ein Blatt zusammengestellt werden mit den wichtigsten Ergebnissen.
Was kann jede:r von uns gegen Hate Speech tun
Einzelarbeit
Notiere dir Gedanken zu folgenden Fragen:
- Was gibt es für Möglichkeiten, sich gegen Hate Speech zu wehren?
- Wie würdest du eine Freundin/einen Freund unterstützen, die/der Hate Speech erlebt?
Schau das Video an und ergänze deine Antworten: Wie wehre ich mich gegen Hatespeech? Im Internet begegnen uns häufig wütende, hasserfüllte Kommentare, Snaps, Tweets und Posts – gegen uns oder gegen andere. Für diesen Hass im Netz gibt es den Begriff „Hate Speech“. (31.05.2017) Video: 0:42
Kooperation
Partnerarbeit: Suche dir ein:e Tandem-Partner:in. Eine Strategie gegen Hate Speech ist „Counter Speech“, auf deutsch „Gegenrede“. Meistens fällt uns in solchen Momenten spontan wenig dazu ein. Deshalb könnt ihr dies hier üben.
Schreibt eure Gedanken zu folgenden Fragen auf:
- Schaut euch das Video Tutorial an: Wie wehre ich mich gegen Hatespeech? (31.05.2017) Video: 0:42
- Oder recherchiert online die Merkmale von Counter-Speech
- Überlegt euch eine Beleidigung.
- Schreibt Counter Speeches dazu auf.
Austausch im Plenum
Austausch:
Sowohl die Ergebnisse der Einzelarbeit und die der Tandem-Gruppen können im Plenum gesammelt werden. Anschliessend könnt ihr darüber diskutieren oder eure Antworten geordnet nach Themen auf Flip-Chart-Blättern aufkleben.
Der Begriff Hate Speech ist in der Schweiz nicht rechtlich definiert. Diskriminierungen wegen Herkunft, Rasse, Geschlecht, Sprache, Religion oder Lebensform sind verboten. In der schweizerischen Bundesverfassung ist das Recht auf Gleichbehandlung für alle Menschen, die in der Schweiz leben (Art. 8) festgeschrieben.
Weitere Strafrechtsformen sind üble Nachrede (Art. 173 StGB), Verleumdung (Art. 174 StGB), Beschimpfung (Art. 177 StGB) und Drohung (Art. 180 StGB). Weiter geht es um den Schutz der Persönlichkeit (Art. 28 ZGB) wenn sich der Hass gegen soziale Gruppen (wie z. B. Menschen mit Behinderungen) richtet.
Diskriminierende, beleidigende, verleumderische, bedrohliche Äusserungen oder Äusserungen, die zu Hass aufrufen, sind strafbar.
Wir haben das Recht auf Meinungsfreiheit.
Es gibt allerdings Ausnahmen: Artikel 10 der Europäischen Menschenrechtskonvention besagt, dass durch eine freie Meinungsäußerung die Würde eines anderen Menschen nicht verletzt werden darf! Dieser Artikel hilft dabei, bestimmte Fälle von Hate Speech auch in Deutschland zu verbieten.
Das deutsche Strafgesetzbuch (StGB) enthält einige Paragraphen, die bei Hate Speech wirksam werden können, z.B.: § 130 (Volksverhetzung), § 185 (Beleidigung), § 186 (üble Nachrede), § 187 (Verleumdung).
Das Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) regelt die Handhabung von Hass im Netz. Das Gesetz zieht große soziale Netzwerke, wie Facebook oder X, stärker in die Verantwortung. Wenn Nutzer:innen hier „offensichtlich rechtswidrige Inhalte“ wie Beleidigungen oder menschenverachtende Posts melden, müssen diese innerhalb von 24 Stunden gelöscht werden. Ansonsten drohen den Plattformbetreibern hohe Geldstrafen.
Juuport: Hass im Netz – geht gar nicht
JUUUPORT erklärt, wie Hass im Netz entsteht, warum er Betroffene belastet und welche Schritte Jugendliche dagegen unternehmen können.
Das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Die gesetzlichen Grenzen der Meinungs- und Äußerungsfreiheit gelten in Österreich sowohl on- als auch offline
Gesetzliche Grundlagen:
Viele strafbare Postings sind Medieninhaltsdelikte, da sie durch direkte Äußerungen in einem Medium begangen werden. Es können aber auch Straftatbestände wie Nötigung, gefährliche Drohung, beharrliche Verfolgung, fortdauernde Belästigung im Wege einer Telekommunikation oder eines Computersystems, Verhetzung oder Verleumdung betroffen sein.
Quelle | Titel |
|---|---|
| Razzien wegen Hasskommentaren nach Mord an Walter Lübcke Rund ein Jahr nach der Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Lübcke dauern die Ermittlungen zu den Hintergründen an. Im Zusammenhang mit Hass-Kommentaren gab es heute zahlreiche Razzien. Sie fanden in zwölf Bundesländern statt und richteten sich gegen 40 Beschuldigte. Sie werden verdächtigt, strafrechtlich relevante Äußerungen in verschiedenen sozialen Netzwerken verbreitet zu haben. Der mutmaßliche Mörder und sein Komplize sollen aus einer völkisch-nationalistischen Grundhaltung gehandelt haben. (04.06.2020) Video: 1:28 |
Was unternimmt der Bund gegen Hassreden im Internet? Das parlamentarische Geschäft thematisiert, wie Hate Speech in der Schweiz wirksamer bekämpft werden kann und welche gesetzlichen Massnahmen dafür notwendig wären. | |
| Kenne deine Rechte – Beratungsstelle zu digitaler Gewalt und Jugendrecht Die Website bietet verständliche Informationen zum Jugendmedienschutz und erklärt, welche Rechte und Pflichten Kinder, Jugendliche und Eltern im digitalen Raum haben. |
Recht hast du – Gesetze, Kriminalität und Hatespeech Die Seite erklärt, welche gesetzlichen Grenzen für Hate Speech gelten, welche Straftatbestände betroffen sind und wie Jugendliche ihre Rechte im Netz besser verstehen können. | |
Rechtslage Klicksafe erläutert die rechtlichen Grundlagen zu Hate Speech und zeigt verständlich, ab wann Online-Äusserungen strafbar sind und welche Konsequenzen drohen können. |
Angebote für die Auseinandersetzung
Das Recht in deinem Land
Kooperation
Gruppenarbeit: Bilde mit 2-3 weiteren Personen eine Gruppe. Diskutiert folgende Fragen:
- Was denkt ihr, welche Straftaten gibt es in eurem Land in Zusammenhang mit Hate Speech?
- Kann man als Jugendliche:r für Hate Speech ins Gefängnis kommen?
Recherchiert in den oben genannten Quellen, ob ihr recht habt. Notiert euch alle Straftaten in Zusammenhang mit Hate Speech und mögliche Konsequenzen.
Sucht euch anschließend eine Straftat aus. Entwerft nun ein Plakat, dass andere Jugendliche auf die Straftat und Konsequenzen aufmerksam macht. Schreibt einen Slogan, dazu die Information um welche Straftat es konkret geht und welche Konsequenzen drohen.
Austausch im Plenum
Austausch:
Macht nun eine Ausstellung mit euren Plakaten. Alle dürfen ihre drei Favoriten auswählen, so dass ihr am Schluss drei bis vier besonders gelungene Beispiele auswählen könnt. Diese könnt ihr dann bei euch im Schulhaus gut sichtbar aufhängen.
Konsequenzen im Alltag
Einzelarbeit
Notiere dir deine Gedanken zu folgenden Fragen:
- Hast du schon einmal jemanden in einer Art und Weise beleidigt, dass es strafrechtlich relevant sein könnte? Du kannst dafür in deinen Chatverläufen von Messengern wie WhatsApp und deinen Social-Media-Konten recherchieren
- Welche Form/en der Diskriminierung war/waren es? Recherchiere den Fachbegriff dazu.
Kooperation
Gruppenarbeit: Bilde mit 2-3 weiteren Personen eine Gruppe. Diskutiert folgende Fragen:
- Habt ihr selbst schon Straftaten begangen?
- Hatte euer Verhalten Konsequenzen für euch?
- Falls ja: Wusstet ihr, dass ihr euch strafbar macht?
Falls nein: Verändert ihr künftig euer Verhalten, da ihr nun die Konsequenzen kennt?
Aktionen gegen Hate Speech
Was kann jede und jeder von uns selbst gegen Hate Speech tun? Wie können wir Freund:innen unterstützen, die Hate Speech erleben?
Was gibt es für Aktionen und Projekte?
Verschiedene Menschen aus unserer Gesellschaft machen Hate Speech zum Thema. Sie engagieren sich gegen Hate Speech und stehen für Respekt und Toleranz ein.
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Das wird man wohl noch sagen dürfen #mundaufmachen
(26.08.2015) Video: 3:42
Was könnt ihr für eure Freund:innen machen?
Eure Freund:innen sollen die fiesen Beleidigungen ganz bestimmt nicht auch noch glauben, oder? Also macht ihnen Komplimente und schaut euch dieses Video dazu an. Dies wird Counter Speech genannt und bedeutet zu widersprechen.
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filmworksvienna no hate speech campaign 2019
Hass im Netz hat viele Gesichter: Beschimpfungen, Beleidigungen, falsche Gerüchte, diskriminierende Äußerungen. Studien zufolge wurde beinahe ein Drittel der Jugendlichen Opfer von Cybemobbing, 27% haben sexuelle Belästigung im Internet erlebt. (10.12.2019) Video: 0:46
Was könnt ihr selbst machen? Informationen dazu findet ihr im nachfolgenden Video.
Wie sich Juuport gegen Hass im Netz einsetzt:
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Wie sich JUUUPORT gegen Hass im Netz einsetzt (28.01.2020) Video: 4:25
Erst denken, dann posten
Werde aktiv: Counter Speech
Sei kein/e Mittäter:in
Aktionen von verschiedenen Personen
Youtuber:innen
Auch viele YouTuber:innen haben sich unter dem Hashtag #YouGeHa gegen Hate Speech zusammengeschlossen.
Handysektor.de
#StopHate! MrTrashpack, Cha Ginger, AlexiBexi & Handysektor gegen Hass im Netz!
Wir haben Leute, die es wissen müssen, gebeten, von ihren Erfahrungen zu berichten: MrTrashpack, Cha Ginger, AlexiBexi und Kim von Handysektor erzählen ihre Geschichten und geben Ratschläge zur Bekämpfung von Hass im Netz.
Aktionen und Kampagnen in der Schweiz
Projekt Schweiz zu Hate Speech von Alliance F
Aktionen und Kampagnen in Deutschland
No Hate Speech Movement
HateAid stärkt die Demokratie im digitalen Raum.
Video zu HateAid
Denn Menschenrecht gilt auch digital Shoppen, Chatten, Hassen. Das Internet könnte so schön sein – wenn nicht einige alles daransetzen würden, andere Menschen aus dem digitalen Raum zu drängen. Das lassen wir nicht zu. Denn Menschenrecht gilt auch digital. (14.12.2022) Video: 1:06
BitteWas?
Zeichen gegen Fake und Hass
Aktionen und Kampagnen in Österreich
Kampagne gegen Hate Speech
Neue Kampagne gegen Cyber-Mobbing und Hass im Netz (28.03.2022)
Video zu Steh auf gegen Hass im Netz
Steh auf gegen Hass im Netz! (21.03.2022) Video: 2:18
Projekt No Hate Speech
App zu Zivilcourage
Quelle | Titel | Hintergründe | Schwierigkeit |
|---|---|---|---|
Dieser digitale Spürhund aus der Schweiz sucht Hasskommentare – und du kannst helfen Das Schweizer Projekt «Stop Hate Speech» will Pionierarbeit leisten bei der Bekämpfung von Gewalt. Die Co-Projektleiterin Sophie Achermann erklärt, wie das geht. Und was normale User beitragen können. (10.01.2021) | |||
| Bund will Hate Speech in Sozialen Medien bekämpfen Der Bund will mehr gegen Hassrede im Internet tun. Er hat dafür erstmals Finanzhilfen für Projekte gesprochen, die sich dagegen einsetzen. (26.08.2020) | ||
Hate Speech im Netz: Würde die Klarnamenpflicht helfen? Hetze und Hasskommentare im Netz nehmen immer weiter zu, denn jeder kann im Internet unter anonymer Identität Kommentare veröffentlichen. Die Klarnamenpflicht soll das nun ändern. Aber ist das auch die Lösung des Problems? (03.04.2020) Video: 5:00 |
Aktionen gegen Hate Speech
Einzelarbeit
Notiere dir deine Gedanken zu folgenden Fragen:
- Hattest du vorher schon Informationen über Hate Speech? Weisst du noch, von wo?
- Hast du in den Medien (inklusive Social Media) schon Aktionen gegen Hate Speech gesehen?
Kooperation
Partnerarbeit: Suche dir ein:e Tandem-Partner:in. Diskutiert gemeinsam folgende Fragen:
- Sprecht ihr in eurem Kollegg:innenkreis über das Thema Hate Speech?
- Seid ihr in der Schule oder in Freizeitverbänden über Hate Speech informiert worden?
- Habt ihr in analogen und/oder digitalen Medien über Hate Speech gelesen oder auf Social Media Plattformen Videos dazu gesehen?
Kooperation
Gruppenarbeit: Bilde mit 2-3 weiteren Personen eine Gruppe. Recherchiert Aktionen gegen Hate Speech: im Internet, auf Youtube, und auf Social-Media-Plattform. Ihr könnt dazu eigene Hashtags/Stichworte oder unsere Empfehlungen nutzen. Entscheidet euch bei eurer Recherche für eine bestimmte Aktion gegen Hate Speech. Erarbeitet eine kurze Präsentation (ca. 5 min.) dazu. Ihr könnt dies z. B. in Papierform, als Kurzvideo, mit einer Audiodatei…machen. Hier findet ihr einige Ideen für eure Präsentation:
Präsentation einer Aktion:
- Beschreibt die Aktion.
- Welche Botschaften wollt ihr vermitteln?
- An wen (Täter:innen, Betroffene, Umfeld) richtet sich die Aktion?
- Welche Wirkung soll die Aktion haben?
- Wie würde man die Zielgruppen erreichen?
- Euer Fazit: Was denkt ihr über die Aktion? Ist diese gelungen oder nicht?
Austausch im Plenum
Austausch:
Stellt eure Präsentationen vor. Diskutiert anschliessend in der Gruppe:
- Welche Aktionen scheinen euch besonders geeignet, um für das Thema zu sensibilisieren?
- Glaubt ihr, dass solche Aktionen Hate Speech verhindern können?
- Stimmt ab über die beste Kampagne
Deine Idee gegen Hate Speech
Einzelarbeit
Notiere dir deine Gedanken zu folgenden Fragen:
- Welche Punkte findest du wichtig, wenn Personen für das Thema Hate Speech sensibilisiert werden sollen?
- Überlege dir eine eigene Aktion gegen Hate Speech. Wählst du dafür einen bestimmten Aspekt (z. B. Hass gegen behinderte Menschen oder gegen die sexuelle Orientierung) von Hate Speech aus?
Kooperation
Gruppenarbeit: Bilde mit 2-3 weiteren Personen eine Gruppe. Entwerft ein Plakat oder einen Social-Media-Post mit Bild und Slogan zum Thema Hate Speech. Orientiert euch dafür an folgenden Fragen:
- Soll eure Aktion auf einem Plakat dargestellt werden oder als ein Beitrag auf Social-Media-Kanälen?
- An wen soll sich eure Aktion richten? An Täter:innen, Betroffene, deren Umfeld oder die gesamte Gesellschaft?
- Welche Wirkung soll eure Aktion haben?
Ihr könnt euch dabei von anderen Aktionen inspirieren lassen. Unsere Hashtag-Empfehlungen können euch dabei helfen, solche Aktionen zu finden.
Austausch im Plenum
Austausch:
Stellt euch eure Aktionen nun vor. Diskutiert anschließend gemeinsam folgende Fragen:
- Welche Aktionen findet ihr erfolgsversprechend, welche weniger? Begründet eure Meinung.
- Hättet ihr die Möglichkeit, diese Aktionen tatsächlich umzusetzen? Z. B. Plakate aufzuhängen oder auf die Schulhomepage zu stellen? An wen müsstet ihr euch dafür wenden?
Zivilcourage
Einzelarbeit
Saferinternet.at Zivilcourage Quiz
Wie geht Zivilcourage online? Teste dein Wissen!
Notiere dir deine Gedanken zum Quiz:
- Hast du mehr gewusst als du gedacht hast?
- Findet du es einfach oder schwierig, Zivilcourage zu zeigen?
Kooperation
Partnerarbeit: Suche dir ein:e Tandem-Partner:in. Diskutiert gemeinsam folgende Fragen und schreibt die Antworten auf:
- Was ist mit Zivilcourage gemeint?
- Alles ist besser, als nichts zu tun und wegzuschauen. Seid ihr damit einverstanden?
- Was könntet ihr machen, wenn jemand Hilfe braucht?
- Wie würde diese Hilfe im Netz aussehen?
- Wieso helfen nicht alle Menschen?
Recherchiert den Begriff Zivilcourage und schaut auch hier: Saferinternet
Ergänzt eure Antworten mit den recherchierten Informationen.
Austausch im Plenum
Austausch:
Besprecht im Plenum eure Antworten und diskutiert folgende Fragen:
- Findet ihr eine Definition von Zivilcourage, die für alle stimmt?
- Was für Möglichkeiten gibt es, jemandem beim Helfen zu helfen?
Schreibt anschließend die wichtigsten Informationen auf einem Flip-Chart Blatt auf.
Aktion für Zivilcourage
Kooperation
Gruppenarbeit: Bilde mit 2-3 weiteren Personen eine Gruppe.
Lest den Artikel durch: Neuer Jugendlichen-Flyer: Zivilcourage online!
Entwickelt nun selbst eine Aktion für Zivilcourage. Orientiert euch dafür an folgenden Fragen:
- Soll eure Aktion vor Ort oder in Social-Media-Kanälen stattfinden?
- An wen soll sich eure Aktion richten? An Täter:innen, Betroffene, deren Umfeld oder die gesamte Gesellschaft?
- Welche Wirkung soll eure Aktion haben?
- Braucht ihr Geld für eure Aktion? Wenn ja, wie wollt ihr es beschaffen?
Ihr könnt euch dabei von anderen Aktionen inspirieren lassen.
Austausch im Plenum
Austausch:
Stellt euch eure Aktionen nun vor. Diskutiert anschließend gemeinsam folgende Fragen:
- Welche Aktionen findet ihr erfolgversprechend, welche weniger? Begründet eure Meinung.
- Hättet ihr Lust, eine Aktion tatsächlich umzusetzen? Begründet eure Meinung.
Hate Speech kann gegen Personen aufgrund verschiedener Aspekte wie Herkunft, Geschlecht, Hautfarbe, Religionszugehörigkeit oder sexuelle Orientierung auftreten. Das macht es wahrscheinlich, dass es in jeder Schulklasse eine betroffene Person hat. Diskriminierungen können bei Betroffenen viele Emotionen auslösen. An dieser Stelle deshalb einige Hinweise wie mit dieser Thematik umgegangen werden kann.
Hate Speech in sozialen Medien im Unterricht thematisieren
Empfehlungen für Lehrpersonen
Hassrede ist ein ernstzunehmendes Problem in sozialen Medien – und sie betrifft viele Schüler:innen direkt oder indirekt. Sie begegnen beleidigenden Kommentaren, diskriminierenden Memes oder Hetze gegen einzelne Gruppen häufig in ihrem digitalen Alltag. Die Auseinandersetzung mit Hate Speech im Unterricht fördert Empathie, Zivilcourage und Medienkompetenz.
1. Vorbereitung der Klasse auf das Thema
Bevor Hate Speech konkret thematisiert wird, ist es wichtig, ein sicheres und respektvolles Lernklima zu schaffen.
Lehrpersonen sollten mit der Klasse besprechen, dass das Thema emotional belasten kann, und klare Rahmenbedingungen für den Umgang damit vereinbaren.
Empfohlene Schritte:
- Vorwissen aktivieren: Fragen Sie die Klasse, was sie unter Hate Speech verstehen und wo sie schon damit in Kontakt gekommen sind (z. B. in Chats, Kommentarspalten oder Games).
- Begriffe klären: Erklären Sie Unterschiede zwischen Meinungsfreiheit, Kritik, Beleidigung und Hassrede.
- Empathie fördern: Betonen Sie, dass Hate Speech reale Menschen verletzt und gesellschaftliche Folgen hat.
2. Gemeinsame Klassenregeln formulieren
Damit die Beschäftigung mit Hate Speech nicht selbst verletzend oder diskriminierend wird, sollten verbindliche Regeln gemeinsam mit der Klasse festgelegt werden. Diese dienen als Schutzrahmen für Diskussionen und Übungen.
Beispielhafte Regeln:
- Wir sprechen über diskriminierende Begriffe, aber wir verwenden sie nicht.
- Niemand darf im Unterricht beleidigt, bloßgestellt oder in seiner Identität verletzt werden.
- Wir achten auf respektvolle Sprache, auch wenn wir über Hasskommentare sprechen.
- Jede Meinung darf geäußert werden, solange sie nicht gegen Menschenrechte oder die Würde anderer verstößt.
- Wenn jemand sich unwohl fühlt, darf er oder sie das sagen – und das wird respektiert.
3. Unterrichtsideen zur Thematisierung
- Analyse von Beispielen: Zeigen Sie reale (ggf. anonymisierte) Kommentare oder Postings und lassen Sie die Schüler:innen untersuchen, warum sie als Hate Speech gelten.
- Gegenrede trainieren: Üben Sie gemeinsam, wie man respektvoll auf Hasskommentare reagieren kann („Counter Speech“).
- Reflexion: Besprechen Sie, wie sich Hate Speech auf Betroffene und auf das gesellschaftliche Klima auswirkt.
4. Sensibler Umgang mit belastenden Inhalten
Einzelne Schüler:innen könnten sich an eigene Erfahrungen mit Ausgrenzung oder Hass erinnert fühlen. Weisen Sie darauf hin, dass niemand persönliche Erlebnisse teilen muss. Stellen Sie bei Bedarf Ansprechpersonen (z. B. Schulsozialarbeit) vor und achten Sie auf Signale emotionaler Belastung.
Weitere Hinweise:
Eine Lernumgebung ist keine Intervention
Die Lernumgebung eignet sich nicht als Intervention für eine Klasse, in der Hate Speech untereinander ein Thema ist. In einem solchen Fall sollte mit Fachpersonen, beispielsweise der Schulsozialarbeit, abgesprochen werden, wie weiter vorzugehen ist. Die Lernumgebung kann Teil einer Intervention sein, sollte aber in begleitende Maßnahmen eingebettet sein. Maßnahmen, die die Opfer entlasten, das Klassenklima verbessern und allen Beteiligten ermöglichen, sich wieder in die Gruppe zu integrieren.
Zivilcourage vorleben
Wir alle können etwas unternehmen. Stehen wir gemeinsam dafür ein, dass sich alle im Netz sicher fühlen können und geschützt sind. Überlassen wir das Netz nicht den Menschen, die andere beleidigen. Wir schweigen nicht und reagieren, wenn wir Hate Speech entdecken.
Einen respektvollen Umgang vorleben und einfordern: Wir sind die Vorbilder!
Durch die Betroffenheit einzelner Personen ist ein achtsamer, respektvoller Umgang der Klasse die Grundvoraussetzung für eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem Thema. Abwertende Kommentare dürfen nicht geduldet werden. Gleichzeitig sollten auch die Lehrpersonen in diesen Lektionen besonders behutsam mit den Lernenden umgehen. Lernende, die sich nicht äußern möchten, müssen dies nicht.
Ein Notfallplan für Konflikte und/ oder belastete Personen
Während der Erarbeitung des Themas können Konflikte ausbrechen. Weiter ist es möglich, dass sich einzelne Personen emotional stark belastet fühlen. Es lohnt sich, als Lehrperson darüber bereits im Vorfeld nachzudenken und eine Art Notfallplan vorbereitet zu haben.
Weitere Ideen und Ressourcen für den Unterricht
Hier finden Sie weitere Lernressourcen für den Unterricht auf der Primar- sowie der Sekundarstufe I und II.
Im neuen Quiz „Gut gekontert, oder?“ von Saferinternet.at können Kinder und Jugendliche spielerisch üben, wie man auf Gemeinheiten in Online-Chats adäquat reagieren kann:
Was ist Hate Speech?
Informationen von Klicksafe
Was sind Hasspostings?
Leitfaden: aktiv gegen Hasspostings
Der Hamburger Jugendserver
Schau hin: Tipps gegen Hass im Netz
Werde aktiv: Auf der Seite www.love-storm.de kannst du Gegenrede online trainieren, an Aktionen gegen Hass im Netz teilnehmen, Hasskommentare melden und Dich mit anderen Aktiven austauschen.
Hate Speech / Hate Crime
- Was Sie über Hassverbrechen wissen sollten
Ihre Polizei und die Schweizerische Kriminalprävention (SKP) – eine interkantonale Fachstelle der Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren (KKJPD) PDF
Flyer Zivilcourage
- Saferinternet
Flyer Zivilcourage
- Klicksafe
Hasskommentare & Meinungsfreiheit | Mit KI und Algorithmen gegen Hass | Wissen Was mit MrWissen2go
Hasskommentare & Meinungsfreiheit | Mit KI und Algorithmen gegen Hass
Hass im Internet hat wahrscheinlich jeder schon in irgendeiner Form erlebt – egal, ob man selbst angegriffen wurde oder eine Hetzattacke passiv mitgelesen hat. Vor allem in sozialen Netzwerken tummeln sich zahlreiche Userinnen und User, die gegen ethnische, sexuelle oder religiöse Minderheiten hetzen. Bereits jeder fünfte Nutzer soll schon einmal Opfer von Hate Speech geworden sein. Können wir selbst etwas gegen Hasskommentare tun? Oder schränken wir dadurch die Meinungsfreiheit ein? Und welche Strafen müssen Verfasser von Hasskommentaren befürchten? (04.02.2021) Video: 12:38

