KI als Tutor und Sparringspartner im Geschichtsunterricht:
Wer praxisorientiert die Potenziale, Grenzen und Gefahren auslotet, kann das Lernen mit, über und ohne KI aktiv mitgestalten und Lernprozesse mit KI als Feedback-System, Tutor oder Sparringspartner erproben. Ein Beispiel aus dem Geschichtsunterricht.
KI-Texte nicht mit Wissen verwechseln
Sprachmodelle erzeugen sprachlich überzeugende Texte – aber keine historischen Darstellungen im wissenschaftlichen Sinn. Sie wählen und prüfen keine Quellen, entwickeln keine eigene Deutung und übernehmen keine Verantwortung für ihre Aussagen. Gerade deshalb können KI-generierte Texte im Unterricht interessant werden: wenn Schüler:innen sie prüfen, mit Quellen und fachlichen Darstellungen vergleichen, Auslassungen erkennen und scheinbare Gewissheiten hinterfragen. So wird aus der Nutzung von KI zugleich ein Lernen über KI.
Nicht das Produkt, sondern der Lernprozess zählt
Eine Präsentation, ein Lernposter oder eine Zeitleiste ist mit KI in wenigen Sekunden erstellt. Doch ein gelungenes Produkt bedeutet noch nicht, dass dabei gelernt wurde. Entscheidend bleibt, ob Schüler:innen Zusammenhänge selbst erschliessen, Informationen gewichten, strukturieren, beurteilen und erklären können. Der Beitrag plädiert deshalb dafür, KI nicht primär zur Automatisierung von Lernprodukten einzusetzen, sondern dort, wo sie Denken, Überarbeiten und Reflektieren aktiviert.
KI als Tutor, Feedbackgeber und Sparringspartner
Besonders vielversprechend sind Anwendungen, bei denen KI nicht die Aufgabe übernimmt, sondern Lernende beim Bearbeiten unterstützt. Tutor-Prompts können Fragen stellen und Denkprozesse begleiten. KI-Feedback kann Überarbeitungen anregen und Lernspuren sichtbar machen. Als Sparringspartner kann ein Sprachmodell Positionen hinterfragen, Gegenargumente liefern oder zur Reflexion auffordern. Pölerts Praxisbeispiele zeigen zugleich: KI-Feedback bleibt fehleranfällig und sollte menschliches Feedback ergänzen, nicht ersetzen.
KI als „false buddy“, Tutor und Sparringspartner
Wie lässt sich generative KI so einsetzen, dass sie Lernen unterstützt, statt notwendige Denk- und Lernprozesse zu überspringen? Hauke Pölert verbindet fachdidaktische Einordnung mit konkreten Erfahrungen aus dem Geschichtsunterricht. Vorgestellt werden Unterrichtsbeispiele mit KI-generierten Materialien, NotebookLM, Tutor-Prompts und KI-Feedback. Der Beitrag zeigt Chancen und Grenzen von KI als Lernbegleitung und entwickelt eine Perspektive auf das Lernen mit, über, durch, trotz und ohne KI.
Autor/Autorin: Hauke Pölert

Autor und Redaktionsmitglied IQES online, Lehrer für Spanisch und Geschichte am Theodor-Heuss-Gymnasium Göttingen, Lehrbeauftragter an der Georg-August-Universität Göttingen, Referent und Fortbilder im Bereich Schul- und Unterrichtsentwicklung
Umfang/Länge: 13 Seiten
Fächer: Fächerübergreifend / Fächerverbindend, Räume, Zeiten, Gesellschaften / Geografie, Geschichte
Stufen: 7. Stufe, 8. Stufe, 9. Stufe, 10. Stufe, 11. Stufe, 12. Stufe, 13. Stufe
Wie verändert KI unser Lernen?
Autor/Autorin: Hauke Pölert

Autor und Redaktionsmitglied IQES online, Lehrer für Spanisch und Geschichte am Theodor-Heuss-Gymnasium Göttingen, Lehrbeauftragter an der Georg-August-Universität Göttingen, Referent und Fortbilder im Bereich Schul- und Unterrichtsentwicklung
Fächer: alle Fächer
Stufen: alle Stufen


