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Schreiben mit KI – Recherchieren, formulieren, prüfen:

KI kann dich beim Schreiben auf vielfältige Weise unterstützen: Sie hilft dir, Ideen zu entwickeln, Informationen zu ordnen oder Formulierungen zu verbessern. Sie kann jedoch auch Fehler machen, Quellen erfinden oder überzeugend klingen, obwohl Aussagen nicht stimmen. Deshalb lernst du in dieser Lernumgebung, KI bewusst und kritisch als Werkzeug einzusetzen. Nicht als Ghostwriter, sondern als Unterstützung für dein eigenes Denken und Schreiben.

Künstliche Intelligenz (KI) wird heute von vielen Menschen genutzt, zum Beispiel um Ideen zu sammeln, Texte zu verbessern oder Präsentationen vorzubereiten. KI kann helfen und Zeit sparen.

Wichtig ist aber, Ergebnisse nicht einfach zu übernehmen, sondern kritisch zu prüfen und selbst mitzudenken.

In dieser Lernumgebung untersuchst du, wie KI beim Schreiben sinnvoll eingesetzt werden kann und wo ihre Grenzen liegen. Du probierst KI im Schreibprozess aus, überprüfst Informationen und lernst, wie Journalist:innen mit KI arbeiten. Dabei gehst du auch der Frage nach, wie KI unser Denken und Schreiben beeinflusst.

Macht ChatGPT uns dümmer?

Prompt rein, Antwort raus – und unser Hirn macht Pause. ChatGPT nimmt uns immer häufiger die Denkarbeit ab. Praktisch. Aber werden wir dadurch denkfaul und dann langsam auch tatsäch-lich dümmer? In diesem Video spannen wir den Bogen von Platons Schriftkritik zu aktuellen Stu-dien zum Thema «Cognitive Offloading» mit den aktuellen KI-Sprachmodellen. Dabei fragen wir uns: Verlieren wir unsere eigene Denkfähigkeit, wenn wir das Denken auslagern? Der richtige Umgang mit Künstlicher Intelligenz ist wichtig für die Entwicklung unserer persönlichen kognitiven Fähigkeiten – insbesondere das kritische Denken – und damit auch für die Gesellschaft als Ganzes.
(28.04.2025) Video: 13:27

Quelle
Titel
Hintergründe
Schwierigkeit
Logo Die Zeit
Macht KI uns dumm?
Niemand muss komplizierte Texte lesen, wenn ChatGPT einem das Wichtigste schnell zusammenfasst. Die große Frage ist, ob das Gehirn dabei Entscheidendes verlernt (06.01.2026).
Logo SRF
Hirn auf Sparflamme
Wie Künstliche Intelligenz unser Denken formt (11.12.2025).
Logo Wochenkommentar
Logo TAZ
Forscher zu KI-Chatbots„Man lagert das Denken aus“
Wird dümmer, wer KI-Chatbot verwendet? Nicht unbedingt, sagt der Forscher Michael Gerlich. Zwar sei die Gefahr da – aber es gibt eine Gegenstrategie (24.3.2026).
Marko Kovic (freischaffen-der Journa-list/Autor)
KI ruiniert Bildung Automatisierung und der Weg des geringsten Widerstands.
Die große Verengung des kognitiven Horizonts Künstliche Intelligenz homogenisiert das Denken. Und destabilisiert damit die Gesellschaft.
Die KI-Verdummung ChatGPT und Co. erschaffen eine Generation, die nicht denken kann.
Logo Watson
Macht Künstliche Intelligenz unsere Kinder dumm?
Die Mehrheit der Schüler nutzt für die Hausaufgaben ChatGPT und Co. Für Lehrer ist das eine Herausforderung – für Kinder möglicherweise schädlich (10.08.2025).
Logo NZZ
Macht künstliche Intelligenz uns dumm? Wer weiss wie, kann sein Denkvermögen mit KI sogar verbessern
Je mehr Aufgaben wir an eine künstliche Intelligenz auslagern, desto weniger trainieren wir unser eigenes kritisches Denken. Das muss nicht sein: Wir sollten die KI auf-fordern, uns Fragen zu stellen, statt bloss Antworten zu liefern (28.12.2025) PDF.
Logo ARD Sounds
Der KI-Podcast
Macht KI uns dümmer? (11.03.2025) Audio: 46 Min.
Logo Arte
Macht uns KI dumm?
Offene Ideen mit Anne Alombert (26.06.2026) Video: 22 Min.
Logo NZZ
Wer ständig Chat-GPT fragt, übt sich weniger im kritischen Denken. Untergräbt die künstliche Intelligenz die menschliche?
Wer mit Chat-GPT Mathe lernt, bekommt schlechtere Noten. Wer damit Recherchen durchführt, vergisst das erarbeitete Material bald wieder. Nun zeigt die frühe Forschung zu Lernen im KI-Zeitalter: Es ginge auch anders (06.07.2025) PDF.

Einzelarbeit

Überlege ehrlich: Wann nutzt du KI-Chatbots wie ChatGPT, Gemini oder Copilot beim Schreiben? Zum Ideenfinden, zum Recherchieren, zum Formulieren, zum Korrigieren – oder damit der Text fast fertig aus der KI kommt?

Notiere drei Situationen:

  • Das mache ich lieber selbst.
  • Dabei lasse ich mir von KI helfen.
  • Das habe ich schon einmal fast ganz an KI abgegeben.

Austausch im Plenum

Diskutiert anschließend: Wo ist Unterstützung sinnvoll? Wo beginnt das Auslagern des eigenen Denkens?

Einzelarbeit

Lies oder schaue zwei Medienbeiträge aus der Materialsammlung zum Thema „Macht KI dumm?“. Achte darauf, welche Position vertreten wird.

Vergleiche die Beiträge mit diesen Fragen:

  • Welche Hauptthese vertritt der Beitrag?
  • Welche Beispiele oder Studien werden genannt?
  • Wird KI eher als Gefahr, als Chance oder als Werkzeug dargestellt?
  • Wird zwischen „KI als Hilfe“ und „KI als Ersatz fürs Denken“ unterschieden?
  • Welche Aussage findest du überzeugend und welche würdest du kritisch prüfen?

Halte dein Ergebnis in einer Tabelle fest: Beitrag, These, Belege & Beispiele, offene Fragen, eigene Einschätzung.

Einzelarbeit

Viele Medienbeiträge thematisieren die Gefahr, dass Menschen Denken an KI auslagern. Das nennt man auch kognitive Entlastung oder Cognitive Offloading: Eine Maschine übernimmt Aufgaben, die du sonst selbst erledigen würdest.

Prüfe an Beispielen, was ausgelagert wird:

  • KI fasst einen langen Artikel zusammen.
  • KI schreibt die Einleitung für deinen Text.
  • KI sucht Gegenargumente.
  • KI formuliert deine Meinung.
  • KI korrigiert Rechtschreibfehler.
  • KI entscheidet, welche Quelle glaubwürdig ist.

Ordne jedes Beispiel ein:

  • unproblematische Unterstützung
  • sinnvoll, aber nur mit eigener Prüfung
  • problematisch, weil dein eigenes Denken ersetzt wird

Begründe mindestens drei Entscheidungen.

Einzelarbeit

Schreibe zu einem Thema drei Mini-Texte von je 80 bis 120 Wörtern.

Thema: „Sollten Schüler KI für Hausaufgaben nutzen dürfen?“

Version A: Schreibe den Text ganz ohne KI.

Version B: Nutze einen KI-Chatbot wie ChatGPT, Gemini oder Copilot als Coach. Die KI darf dir Fragen stellen, Gegenargumente nennen oder Feedback geben. Formulieren musst du selbst.

Version C: Lasse KI einen Text schreiben und überarbeite ihn anschließend.

Vergleiche die drei Versionen:

  • Welcher Text klingt am meisten nach dir?
  • Bei welchem Text hast du am meisten gelernt?
  • Wo hast du am stärksten nachgedacht?
  • Welche Version ist sprachlich am glattesten?
  • Welche Version enthält die besten Argumente?
  • Wo besteht die Gefahr, dass du Inhalte übernimmst, ohne selber nachzudenken?

Formuliere danach dein Fazit: Wann hilft KI beim Schreiben – und wann schwächt sie deine Schreibkompetenz?

Einzelarbeit

Entwickle gute Prompts bzw. Anweisungen, bei denen KI nicht für dich schreibt, sondern dein Denken anregt.

Beispiele:

  • „Stelle mir fünf kritische Fragen zu meiner Argumentation.“
  • „Zeige mir, wo mein Text unklar ist, aber schreibe ihn nicht um.“
  • „Nenne mir Gegenargumente, die ich prüfen sollte.“
  • „Hilf mir, meine These genauer zu formulieren. Gib mir keine fertige Einleitung.“
  • „Prüfe, ob mein Text Behauptungen enthält, für die Belege fehlen.“

Erstelle eine eigene Liste mit fünf Coach-Prompts. Teste zwei davon an deinem Text. Notiere, welche Rückmeldung hilfreich war und welche nicht.

Kooperation

Bereitet eine kurze Debatte vor:

These: „Wer KI-Texte schreiben lässt, lernt weniger schreiben.“

Bildet zwei Gruppen. Eine Gruppe sammelt Argumente für die These, die andere dagegen. Nutzt journalistische Beiträge, eigene Erfahrungen und euer Schreibexperiment.

Achtet darauf:

  • Behauptungen brauchen Belege.
  • Beispiele müssen nachvollziehbar sein.
  • Gegenargumente sollen fair dargestellt werden.
  • KI darf beim Sammeln helfen, aber nicht die Debatte für euch führen.

Einzelarbeit

Schreibt nach der Debatte ein persönliches Urteil: Welche Regeln brauchst du, damit KI dich beim Schreiben stärker macht – und nicht schwächer?

Einzelarbeit

Formuliere am Schluss eine eigene Regel für den Umgang mit KI beim Schreiben.

Beginne so:

„KI darf mir beim Schreiben helfen, wenn …“

„KI sollte ich nicht verwenden, wenn …“

„Selbst schreiben muss ich, weil …“

Gestalte daraus eine kurze Regelkarte für andere Schüler:innen. Sie soll klar, ehrlich und alltagstauglich sein.