«Die beste Lernumgebung ist die Motivation, die ich selber erzeuge.»
Lutz Jänke, Neupsychologe, Universität Zürich

Offene Lernumgebungen (nicht nur) für die Sprachkompetenzförderung:

Offene Lernumgebungen sind nach dem Prinzip der natürlichen Differenzierung organisiert. Sie bieten reichhaltige selbstdifferenzierende Aufgaben und Lernorte. Alle Schülerinnen und Schüler können mit den gleichen Aufgaben entsprechend ihren Fähigkeiten arbeiten. Deshalb haben offene Lernumgebungen ein großes Potenzial für einen produktiven Umgang mit der Vielfalt an Lernvoraussetzungen und Lernzugängen.

Gerold Brägger, Nicole Steiner und Frido Koch

Merkmale offener Lernumgebungen

Offene Lernumgebungen mit vernetzten reichhaltigen Aufgaben ermöglichen es den Lernenden, persönliche Zugänge zu einem Thema zu finden und es auf unterschiedliche Weise zu erschließen. Wirksame und ertragreiche Lernumgebungen lassen sich in allen Fächern und allen Schulstufen umsetzen. insbesondere in der Sprachkompetenzförderung, die optimalerweise als Aufgabe aller Fächer angesehen wird.

Offene Lernumgebungen bieten ein Netzwerk von Aufgaben,

die forschendes, entdeckendes Lernen in Verbindung mit sozialem Lernen ermöglichen.

Offene Lernumgebungen schaffen vielseitige Kooperations- und Kommunikationsanlässe, in denen Sprache genutzt wird, um eigene Sichtweisen zu artikulieren und sich zu verständigen.

Sie ermöglichen eine unterstützende Interaktion zwischen den Lernenden und eröffnen individuelle und kooperative Lernwege.

Inhaltlich beziehen sich die Aufgaben auf authentische Lernsituationen und Lerngegenstände.

Die Aufgaben sind meist thematisch zusammengebunden, sodass sie ein größeres Unterrichtsziel verfolgen oder wichtige Schüler/innen-Kompetenzen nachhaltig fördern.

Die Aufgaben zielen auf Verarbeitungstiefe und

einen nachhaltigen Aufbau von vernetzten fachlichen und überfachlichen Kompetenzen.

Offene und reichhaltige Aufgaben sind selbst differenzierend, wodurch alle Schüler/innen auf ihrem individuellen Niveau

an einer gemeinsamen Aufgabenstellung arbeiten können.

Persönliche Lernzugänge und eigene Lösungswege sind

auf unterschiedlichen Anforderungsstufen möglich und erwünscht.

Offene Lernumgebungen fordern zur Selbstreflexion bezüglich der eigenen Lernprozesse, Lernstrategien, Lernschwierigkeiten und -erfolge auf.

Sie beinhalten formative Formen der Leistungsbewertung und des Peer-Feedbacks.

Offene Lernumgebungen sind bei allen Themen und Kompetenzbereichen der Sprachförderung denkbar,

besonders gut geeignet sind sie dort, wo es eine breite Streuung der Kompetenzen gibt.

Offene Lernumgebungen nutzen die Potenziale digitaler Medien, um reichhaltige multimediale Lernangebote für die Vielfalt der Köpfe zu schaffen.

Reichhaltige Aufgaben mit digitalen Medien fördern das selbstgesteuerte Lernen und die Selbständigkeit von Schülerinnen und Schülern.