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Lesekompetenz

Texte lesen und verstehen zu können ist eine der zentralen Kompetenzen, die die Schule vermitteln muss. Lesekompetenz versetzt die Schülerinnen und Schüler in die Lage, eigenverantwortlich zu lernen und zu arbeiten. Sie ist notwendig für den Beruf und für die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. Wer verschiedenste Texte lesen und verstehen kann, hat gute Voraussetzungen, um erfolgreich, mit Freude und Neugier zu lernen.
 

Gelesen heisst noch nicht verstanden

«Nahezu alle Menschen in unserem Lande haben in der Schule lesen gelernt, aber viele Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene können nicht hinreichend gut verstehen, was sie lesen. Und noch entscheidender ist: Sie wissen gar nicht, dass sie es nicht verstehen. Dieses Nicht-Können und Nicht-davon-Wissen ist in der Lernforschung als ein Merkmal eines allgemeinen Problems aufgefallen: Lernende kennen sich als Lernende – und damit ihren Lernprozess, ihre Lernschwierigkeiten – nicht gut genug. Damit korrespondiert, dass viele Lehrerinnen und Lehrer die individuellen Einzelprobleme ihrer Schülerinnen und Schüler vielfach ebenfalls nicht hinreichend gut kennen. In der PISA-Studie haben Lehrkräfte nur etwa 11 Prozent der Schülerinnen und Schüler, die bei den Aufgabenlösungen nicht einmal die Kompetenzstufe I erreichten, auch als „schlechte Leser“ erkannt. (PISA 2000, Baumert 2001, S. 119) Vielleicht können viele dieser Kinder flüssig lesen – aber offensichtlich nur wenig verstehen.» (Quelle: Rudolf Steffens: Gelesen heisst noch nicht verstanden. In: Forum Schule, Heft 1, 2002)

  • Schüler/innen brauchen Strategien und Lernmethoden, damit sie Texte nicht nur flüssig lesen, sondern auch besser verstehen können.
     

Sprach- und Leseförderung - eine Aufgabe für alle Fächer und Stufen

Nicht gut lesen können bedeutet weit mehr als ein paar Schwierigkeiten mit gewissen Texten zu haben. Es bedeutet, tiefgreifende Lernprobleme zu bekommen. Häufig sind Sprach- und Leseprobleme die Wurzel von schulischem Misserfolg. Der Deutschunterricht spielt für die Lese- und Verstehenskompetenz zwar eine entscheidende Rolle. Er kann sie jedoch nicht allein wahrnehmen.

Sprach- und Leseförderung sollte in allen Fächern und allen Stufen ein wichtiges Thema sein.
Das sprachliche Verstehen von Fachtexten zu fördern, liegt im Interesse aller Fachlehrer/-innen. 
Viele Fachlehrmittel sind sehr „sprachlastig“. Fachliche Aufgaben können nur gut gelöst werden, wenn sie sprachlich verstanden worden sind.
 
Wie steht es um die Lesekompetenz der Schüler/innen?

In der Schweiz wie auch in Deutschland brauchen viele Schüler/innen besondere Förderung im Hinblick auf das Lesenkönnen und Lesenwollen.

PISA-Ergebnisse Schweiz
  «So können beispielsweise in der Schweiz 17% der Jugendlichen am Ende ihrer Schulzeit nur die sehr einfachen Texte verstehen, ein Teil von ihnen ist auch dazu nicht imstande. (…) Davon betroffen sind nicht nur Immigrantinnen und Immigranten, sondern auch Menschen, die in der Schweiz aufgewachsen und geschult worden sind.» (Quelle: Andrea Bertschi-Kaufmann (Hrsg.): Lesekompetenz, Leseleistung, Leseförderung, 2007)
 
PISA-Ergebnisse Deutschland
  «42 Prozent aller deutschen 15-jährigen Schüler/innen geben an, nicht zum Vergnügen zu lesen, das ist der höchste Wert unter den europäischen Industrieländern. Fast ein Viertel (23 Prozent) aller deutschen Schüler/innen dieser Altersgruppe erreichen die unterste Kompetenzstufe beim Leseverstehen nicht. Im internationalen Vergleich erreichen unterdurchschnittlich wenige deutsche Schüler/innen dieser Altersgruppe die oberste Kompetenzstufe (9 Prozent).» (Quelle: Forum Schule, Heft 1, 2002)
 

Methodenkoffer und Lernmaterialien zur Leseförderung

Hier finden Sie Methoden des kooperativen Lesetrainings, Lernmaterialien für Schüler/innen und hilfreiche Internetadressen:

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