Anmelden

Methodenkoffer Lesediagnose

von Silke Müller, Studienseminar Offenburg, Mitglied Beratungsteam schulentwicklung.ch

Lesen erfordert viele verschiedene Fähigkeiten, welche die Schülerinnen und Schüler unterschiedlich schnell entwickeln. Die Instrumente aus diesem Methodenkoffer helfen Ihnen, die Lesekompetenz der Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Blickwinkeln zu erfassen und den Lernfortschritt zu dokumentieren.
 

Einführung

Die Einführung beschreibt die theoretischen Grundlagen und enthält ein Literaturverzeichnis zu den Themen Lesekompetenz und Lesediagnose.

Die Instrumente könnten Sie einzeln herunterladen oder integral in einem Dokument über den nebenstehenden Link.

 

Tests zum Leseverstehen

Die Schülerinnen und Schüler beantworten Fragen zu einem Lesetext: Drei fertig aufbereitete Tests für drei Schulstufen.
 
  Test Leseverstehen Klasse 3
  Der verwendete Text (1. Kapitel aus "Das Vamperl" von Renate Welsh) kann als Leseprobe beim DTV heruntergeladen werden.  
 
  Test Leseverstehen Klasse 4 bis 6
  12 Fragen zur Geschichte "Strohhalm, Kohle und Bohne" aus den Hausmärchen der Gebrüder Grimm.
 
  Test Leseverstehen Klasse 6 bis 7
  Der Test wurde publiziert im Sprach- und Lesebuch "Doppel-Klick" beim Cornelsen Verlag.  
 
   
 
 
 

Individuelle Einschätzung der Textschwierigkeit

Wie gut man einen Text verstehen kann, hängt auch von den individuellen Fähigkeiten und dem vorhandenen Wissen ab.
Mit diesen Selbsteinschätzungsbogen können die Schülerinnen und Schüler selber beurteilen, ob ein Text für sie geeignet ist oder nicht.

 

Der Lesbarkeitsindex (LIX) misst, wie schwer ein Text zu verstehen ist
 

Das Bild zeigt die Standardwerte des LIX für verschiedene Textsorten.

Der LIX ist ein Mass für die Kompexität eines Textes. Er kann mit einer einfachen Formel für jeden Text berechnet werden.

 

Schwierige Texte entlasten

Um Lesetexte dem Leseniveau der einzelnen Schülerinnen und Schüler anzupassen, kann man sie mit verschiedenen Massnahmen vereinfachen.

Textschwierigkeit Maßnahme
Seltene Wörter Ersetzen durch geläufige Wörter (Grundwortschatz)
Lange Wörter Ersetzen durch kurze Wörter
Abstrakta (Endungen -heit;
-keit; -ung; -tum), z.B: Die Wohnung ist sein Eigentum.
Konkrete Begriffe:
Die Wohnung gehört ihm.
Hypotaktische Sätze (Gliederung in Haupt- und Nebensätze) Hypotaktische Sätze auflösen zugunsten von mehreren gleichartigen Sätzen
Passivstrukturen Aktivstrukturen
Satzlänge über mehrere Zeilen Satz endet am Zeilenende
Blocksatz Flattersatz
Keine Hervorhebungen Wichtige Wörter sind fett gedruckt
Langer Fließtext ohne Abschnitte Abschnitte nach Sinneinheit bilden
langer Text Kürzung
  Beispiel: Textentlastung auf drei Schwierigkeitsniveaus
  Anhand der Geschichte "Strohhalm, Kohle und Bohne" wird gezeigt, wie ein Text vereinfacht werden kann.
 
 
 
  Individualisierung anhand unterschiedlicher Lesekompetenzniveaus
  Individualisierung anhand unterschiedlicher Lesekompetenzniveaus am Beispiel der Lerneinheit «Prinzipien des ökologischen Landbaus».
von Ludger Brüning
 

Den Lernfortschritt bei der Lesegeschwindigkeit dokumentieren

Hier stellen wir ein Lautleseverfahren vor, mit dem man die Anzahl der richtig gelesenen Wörter pro Minute (WpM) misst. Die Messung wird jeweils nach einer Lesetraingingsphase vorgenommen und kann mehrmals wiederholt werden.

Üben Sie das Protokollieren des Lesetempos mit dem folgenden Hörbeispiel
 

Übungsprotokoll mit Lösungsvorschlag

 

Hörbeispiel anhören

 

Lernfortschrittsdiagnose bei Lautleseverfahren
3 bis 7 Messzeitpunkte

 

Lernfortschrittsdiagnose bei Lautleseverfahren
Langzeitbeobachtung (13 Messzeitpunkte)

 

Lernfortschrittsprotokolle 50 / 80 / 100 WpM

  Raster für die Protokollierung der Wörter pro Minute zu verschiedenen Zeitpunkten, in drei Varianten:
Zielwert 50, 80 und 100 WpM.
 

Schüler/innen protokollieren gegenseitig die Leseflüssigkeit

Bei der Erfassung der Leseflüssigkeit achtet man auf Art der Entzifferung und auf die stimmliche Sequenzierung. Schülerinnen und Schüler können das im Tandem üben.

 

Informelle Lesediagnostik: Kognitive Konstruktionen heraushören

Bei diesem Verfahren stehen zwei Fragen im Mittelpunkt:
  • Wie rekonstruieren Kinder einen Text?
  • Welche leserelevanten Strategien wenden sie an?

Durch die Analyse von Verlesungen und deren Korrekturen lassen sich die kognitiven Strategien und Konstruktionen erkennen.

Üben Sie das Protokollieren der Verlesungen mit den folgenden Hörbeispielen

  Hörbeispiel "Der Maler und Lackierer" abspielen
  Ausgefülltes Protokoll zum Hörbeispiel "Der Maler und Lackierer"
  Der Text wird verwendet mit freundlicher Genehmigung von Martin Weingardt www.uebergang.org.
 
  Hörbeispiel "Strohhalm, Kohle und Bohne" abspielen
  Ausgefülltes Protokoll zum Hörbeispiel "Strohhalm, Kohle und Bohne"
 
 

Leeres Protokoll für die informelle Lesediagnostik

  Protokoll mit Bewertungsraster