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Leitfaden: Portfolios und Lerndokumentationen

Von Dr. Felix Winter

Portfolios haben grosse Potenziale für einen lebendigen Unterricht, in dem Schülerinnen und Schüler mehr Verantwortung für ihre Lernprozesse und Lernergebnisse übernehmen können. Aber wie lassen sich Portfolios in Schule und Unterricht erfolgreich einführen? Was ist bei der praktischen Unterrichtsarbeit zu beachten? Und wie können Leistungen und Kompetenzen anhand von Portfolios sichtbar gemacht und bewertet werden? In diesem Leitfaden beschreibt Felix Winter Möglichkeiten und Fallstricke der Portfolioarbeit.
 
 
Was lässt sich durch Portfolioarbeit gewinnen?
  • Portfolioarbeit schafft günstige Bedingungen dafür, dass Schülerinnen und Schüler selbständig arbeiten und dies auch lernen.
     
  • Die Portfolioarbeit ermöglicht und erleichtert die innere Differenzierung oder Individualisierung im Unterricht.
     
  • An einem Portfolio wird über einen längeren Zeitraum gearbeitet. Die Leistungen entstehen nicht im engen Korsett einer Unterrichtsstunde.
     
  • Bei der Portfolioarbeit können Kompetenzen ausgebildet und sichtbar werden, die in anderen Arrangements nur schwer zu erfassen sind, z. B. Fragen stellen und ihnen nachgehen, einen längeren Arbeitsprozess steuern oder eine fachliche Recherche durchführen.
     
  • Im Rahmen von Portfolioarbeit werden oftmals besondere Talente und Begabungen von Schülerinnen und Schülern sichtbar.
     
  • Die Präsentationskultur von Schulen lässt sich mit Portfolios gut entwickeln, weil diese in verschiedenen Kontexten (Klasse, Elternabend, Lehrerkonferenz, Tag der offenen Tür) ausgestellt und eingesehen werden können.
     
  • Die Schülerinnen erhalten Rückmeldung und Anerkennung für ihre Arbeiten. Auch die Schwächeren unter ihnen schaffen in der Regel etwas, worauf sie stolz sein können.
     
  • Anhand von Portfolios können sich Teams oder ganze Kollegien über die Lernkultur verständigen. Es können gemeinsame Vorstellungen und eine gemeinsame Sprache für Leistung und Unterricht gefunden werden.
     
    Der Autor
    Dr. Felix Winter studierte Psychologie und Pädagogik an den Universitäten Frankfurt/M. und Marburg. Er promovierte bei Wolfgang Klafki zum Thema Schülerselbstbewertung und arbeitete lange Zeit als Lehrer und Forscher an den von Hartmut von Hentig begründeten Bielefelder Schulprojekten. Bis 2013 war er als Wissenschaftlicher Abteilungsleiter am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Zürich im Bereich Lehrerbildung tätig. Aktuell arbeitet er freiberuflich als Berater für Schulen und Bildungsadministrationen. Seine Arbeitsgebiete sind u. a.: Reform der Leistungsbeurteilung; Dialogische Didaktik und Aufgabenkultur.

     

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Format: PDF-Dokument /
40 Seiten
Autor: Felix Winter
 

Inhalt
  1. Was ist ein Portfolio?
  2. Was lässt sich durch Portfolioarbeit gewinnen?
  3. Welche Voraussetzungen braucht es, welche Schwierigkeiten sind zu erwarten?
  4. Wie kann man Portfolioarbeit einführen?
  5. Wie wird in der Portfolioarbeit angeleitet und beraten?
  6. Wie lässt sich stagnierende Portfolioarbeit «reparieren»?
  7. Wie und was kann man anhand von Portfolios prüfen und bewerten?
  8. Kann man mit Portfolios Kompetenzen belegen?
  9. Was sind wichtige Gelingensbedingungen der Portfolioarbeit?

    Anhänge
    Bildungsstandards im Fach Kunst: Links und Hinweise
    Literatur
     
 
Lern- und Themenportfolios schaffen motivierende Lernanlässe für alle Schüler*innen. Sie ermöglichen interessengeleitetes, individuelles Lernen mit dem Ziel, dieses Lernen zu dokumentieren, zu reflektieren und zu präsentieren. Damit ebnen sie den Weg zu einer kompetenzorientierten Beurteilung.
 
Einsatz und Arten von Portfolios und Lerndokumentationen