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Unterrichtskonzepte und Praxismaterialien von IQES-Partnerschulen

Kooperatives und individuelles Lernen an
der Sekundarschule Bürglen

von Rolf Schönenberger, Schulleiter Sekundarschule Bürglen (2003-2014), Mitglied des Beratungsteams schulentwicklung.ch;
Hansruedi Mächler, Schulleiter der Sekundarschule, Thurgauer Sport-Tagesschule und FCO Campus (ab 2014); Philipp Frei, Schulleiter der Primarschulen Bürglen, Istighofen und Leimbach; Rolf Gmünder, Schulpräsident.

Die Sekundarschule Bürglen im Kanton Thurgau (TG) führte 2005 als erste öffentliche Schule Lernlandschaften in ihr pädagogisches Konzept ein. Lernlandschaften sind eine Weiterentwicklung des additiven Lernraums, in welchem sich seit 1996 Lernende aus der Real- und Sekundarschule stundenweise zum gemeinsamen Lernen trafen. Die sozialen Strukturen der Sekundar- und Realklassen behinderten damals aber eine Durchmischung. Die Schüler/innen lernten vorwiegend in homogenen Lerngruppen und zu wenig stufenübergreifend. Im Sommer 2003 wurde deshalb eine Arbeitsgruppe mit der Umgestaltung des Lernraums in eine Lernlandschaft beauftragt. Es entstand ein Raumkonzept, welches den Ansprüchen einer schülerzentrierten Pädagogik entspricht. Den Lehrpersonen gibt es die Möglichkeit, den komplexen Schulalltag gemeinsam zu gestalten.


Wände durchbrechen für eine andere Schule

Die Sekundarschule Bürglen hat Wände eingerissen, damit eine andere Form des Lehrens und Lernens möglich wurde. Es ging in der Entwicklung aber auch um die Wände in unseren Köpfen. Dafür mussten wir nicht nur die Räume im Schulhaus neu denken. Wir waren gezwungen, unseren Unterricht zu überdenken und an unserer Haltung gegenüber den Schülern zu arbeiten. Die grossen Wände fielen in unseren Köpfen!
 


Lernlandschaften: Raum und Zeit fürs Lernen

Will man den Unterricht so verändern, dass die Lehrpersonen mehr Zeit für die einzelnen Schüler/innen haben, dass die Schüler/innen gemeinsam lernen und dass die Lehrpersonen gemeinsam handeln, dann braucht es neue räumliche und zeitliche Strukturen. Lernlandschaften sind eine mögliche Lösung auf dem Weg zu einer zukunftsgerichteten Schule.
 


Lehren und lernen in Lernlandschaften

Das Ziel des Lernens in Lernlandschaften ist, die Jugendlichen in ihrer Selbstständigkeit und Autonomie zu stärken und ihnen eine positive Einstellung zum Leben zu vermitteln. Das selbstorganisierte Lernen ist dabei ebenso wichtig, wie das Lernen in heterogenen und leistungsgetrennten Lerngruppen. Ein wichtiges Element bildet die systematische Vermittlung von Kompetenzen, welche die Schüler zum selbstständigen Lernen brauchen. Unterstützt werden sie dabei von Lehrpersonen, welche die Schüler auch als Lerncoaches beobachten und begleiten.
 


Arbeit in Pädagogischen Teams

Der Lehrerberuf ist wie jeder andere Beruf in den letzten Jahren komplexer geworden. Die Ansprüche von Eltern an die Schule und damit an die Lehrpersonen sind gewachsen. Gemeinsam gelingt die Arbeit in den Schulen besser. Diese Zusammenarbeit muss institutionalisiert werden und für alle förderlich sein. Lehrpersonen müssen von ihr genauso profitieren wie die Schülerinnen und Schüler.
 


Sechs Qualitätsmerkmale

Welche Qualitätsmerkmale sind für die Sekundarschule Bürglen entscheidend und was sagen die Schülerinnen und Schüler zu den einzelnen Qualitätsbereichen? Wir haben die Schülerinnen und Schüler über die Sekundarschule Bürglen schreiben lassen.
 


Das macht die Schule Bürglen auch noch aus!

  • Altersgemischte Lernlandschaften auf der Primarschule
  • Thurgauer Sport-Tagesschule
  • FCO Campus
  • Künstler an der Schule
  • usw.
     

Logo Bürglen

Die Schule Bürglen ist eine Volksschulgemeinde im Kanton Thurgau/Schweiz. Sie besteht aus der Primarschule mit drei Standorten (2 Jahre obligatorischer Kindergarten und 6 Jahre Unter- und Mittelstufe) mit rund 220 Schülern, der Sekundarschule Bürglen mit ca. 180 Jugend-lichen, der darin integrierten Thurgauer Sport-Tagesschule (ca. 50 Sportschüler) und dem SportCampusBürglen mit 25 hochbegabten Fussballspielern, welche im Auftrag des FC St. Gallen am der Sekundarschule Bürglen ausgebildet werden.

Durch die hohe Zahl von Immigranten stand die Sekundarschule Bürglen im Ruf eine schlechte Schule zu sein. Eltern zogen aus dem Dorf weg, weil sie ihre Kinder nicht in «diese» Schule schicken wollten.

Statt Enttäuschung ob dieser Tatsache machte sich eine Trotz- und Aufbruchsstimmung breit. Dieser Trotz hat dazu beigetragen, Schule neu zu denken, sich von alten Mustern zu verabschieden und andere Wege zu gehen.

So wurde zuerst die Kooperation zwischen den beiden Schulstufen, Real und Sekundarschule (der Kanton Thurgau hat kein Gymnasium auf der Sek1-Stufe) verstärkt. Erst durch das gemeinsame Lernen in Lernlandschaften haben sich die Grenzen zwischen den Stufen aufgelöst. 2008 wurden auch die Schüler der Kleinklasse in die Lernlandschaften integriert.
 


Videos und Dokumente
 
Video (Dialektfassung) (11:17 Min)
eine nicht-mundartliche Version des Videos wird demnächst aufgeschaltet
pdf Kooperatives und individuelles Lernen an der Sekundarschule Bürglen TG: Ausführliche Beschreibung des Konzepts