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Das IQES-Modell der guten gesunden Schule

Das IQES-Modell einer guten und gesunden Schule unterstützt eine unterrichtszentrierte Qualitätsentwicklung, welche die Lehrpersonen für ihre anspruchsvollen Aufgaben stärkt und das erfolgreiche selbstständige Lernen der Schülerinnen und Schüler ins Zentrum stellt. Das IQES-Modell ist ein praktischer Orientierungsrahmen, dessen einzelne Elemente gut an örtliche Verhältnisse und Bedürfnisse angepasst werden können.
 

Das IQES-Modell orientiert sich an Erfolgsfaktoren einer lernenden Schule: kooperativ arbeitende Unterrichtsteams, Fokus auf Lernerfolg und eigenverantwortlichem Lernen, gemeinsame Werte und Regeln, gegenseitige Hilfe und soziale Unterstützung, mitarbeiterorientierte Führung, hohe Eigenverantwortung für Lehrkräfte, positiv-konstruktive Rückmeldungen und nützliche Selbstevaluation. Das IQES-Modell wird in verschiedenen Kantonen und Bildungsregionen als offenes Rahmenkonzept genutzt.

 
Schüler/Schülerinnen

1. Eigenverantwortliches Lernen

2. Aufbau von Kompetenzen

 

 

 

Lehrpersonen

3. Guter Unterricht

4. Individual-Feedback

 
Team

5.
Arbeit in Unterrichtsteams

6.
Kooperative Unterrichts-
entwicklung

 
Schule

7.
Schulleitung und Personalentwicklung

 

8.
Q-Steuerung und interne Evaluation

Bildung, Lern- und Laufbahn-erfolg

Kooperation mit Schulpartnern
  • Eltern
  • Schul-, Sozial- und Gesundheits-
    dienste
  • aufnehmende/abgebende Schulen
  • Berufsbildung, Lehrmeister, Betriebe

Das IQES-Modell setzt sich aus acht schulinternen Elementen zusammen. Diese Elemente einer unterrichtszentrierten Qualitätsentwicklung haben sich alle in der Praxis innovativer Schulen bereits sehr bewährt. Sie verbinden Unterrichtsentwicklung und Gesundheitsförderung, Evaluation und Feedback zu einem wirkungsvollen unterrichtszentrierten Qualitätsmanagement. Das Zusammenspiel der acht nachfolgend skizzierten Handlungsfelder ist darauf ausgerichtet, die Kräfte und beschränkten Arbeitsressourcen der Lehrpersonen auf ihren Kernauftrag zu konzentrieren: auf eine effektive und nachhaltige Förderung der Lernprozesse und -ergebnisse der Schülerinnen und Schüler. Das heisst auf selbstgesteuertes und Kooperatives Lernen als fundamentalem Entlastungsfaktor für Lehrende.

Das Gute am IQES-Modell ist: Die bisherige Praxis an Schulen braucht nicht vollumfänglich in Frage gestellt zu werden, sondern es kann behutsam darauf aufgebaut werden. Entscheidend ist nur, dass man den Kernauftrag der Schule nicht aus den Augen verliert: Lernerfolg, Schulerfolg und Laufbahnerfolg von Schülerinnen und Schülern so gut wie möglich zu fördern (mit Respekt vor den gegebenen Grenzen und vorhandenen Ressourcen).
 


 

Die Elemente des QM im Einzelnen

1

Eigenverantwortliches Lernen

In diesem Handlungsfeld geht es darum, Lernangebote zu schaffen, in denen Schülerinnen und Schüler selbst Verantwortung für ihr Lernen übernehmen. Die Lehrpersonen setzen offene Unterrichtsformen ein, die es den Lernenden ermöglichen, eigene Lernwege zu gehen und in wachsender Selbstverantwortung die persönlichen Lernprozesse zu steuern. Dazu gehören Unterrichtsarrangements, die den Kindern und Jugendlichen Freiheiten eröffnen, Aufgaben auszuwählen und die von den Lehrplänen vorgegebenen Ziele auf unterschiedlichen Wegen zu erreichen: Stationenlernen, Werkstattunterricht, Planarbeit, Projektarbeit, Freiwahlarbeit und Freie Arbeit. In sach- und altersgerechter Form können sich die Lernenden so mit Ideen und Vorschlägen an der Gestaltung des Unterrichts beteiligen.
 

2

Aufbau von Kompetenzen

Mit kompetenzorientiertem Unterricht geht eine veränderte Sichtweise von Unterricht einher. Lehrerinnen und Lehrer verstehen Lernen verstärkt als
aktiven, selbstgesteuerten, reflexiven, situativen und konstruktiven Prozess. Es geht dabei um die Anwendbarkeit von Wissen, Fertigkeiten und Fähigkeiten. Nachhaltiger Kompetenzerwerb ist darauf angewiesen, dass Schülerinnen und Schüler im Unterricht die Möglichkeit haben, vielgestaltige Lernerfahrungen zu machen. Praktisches Tun und eigenständiges Lernen sind für das »Be-greifen« einer Sache und den Erwerb von Handlungsfähigkeiten zentral. Mit den Aufgaben, die den Lernenden gestellt werden oder die sie sich selbst stellen, werden der Grad der Auseinandersetzung mit dem Lerngegenstand und die Intensität der Lernprozesse bestimmt.
 

3

Guter Unterricht

Zentrale Herausforderung aller Lehrpersonen ist heute die Gestaltung eines lernwirksamen Unterrichts mit heterogenen Schülergruppen. Guter Unterricht kann auf verschiedene, jedoch keineswegs auf beliebige Weise verwirklicht werden. Er beruht auf breit untersuchten und anerkannten Qualitätsmerkmalen. Guter Unterricht ist motivierend, leistungswirksam und entwicklungsfördernd. Guter Unterricht unterstützt das aktive Lernen und den Kompetenzerwerb der Schülerinnen und Schüler.
 

 

Individual-Feedback

Gute Schulen «leben» davon, dass jede Lehrperson an ihrer professionellen und persönlichen Weiterentwicklung kontinuierlich arbeitet. Indem Lehrpersonen regelmässig ihre eigene Arbeit reflektieren, Feedback einholen und sich in Teams an der Weiterentwicklung des Unterrichts beteiligen, leisten sie einen unverzichtbaren Beitrag zur Qualität der Schule und zur Qualität der eigenen Arbeit. Persönliche Reflexion ist eine der wichtigsten Ressourcen für eine lernende und Gesundheit erhaltende Berufspraxis. Der schrittweise Aufbau einer
Feedbackkultur in der Schule ist ein wesentlicher Beitrag zur Gesundheitsförderung und Professionalisierung. Das Individualfeedback erlaubt den Lehrpersonen, den Wirkungen ihres Handelns, ihren Stärken und Schwächen auf die Spur zu kommen. Im Fokus steht also nicht die Schule, sondern immer die einzelne Lehrperson und das Lernen der Schülerinnen und Schüler. Erfahrungen.
 

5

Arbeit in Unterrichtsteams

Unterrichtsteams sind kollegiale Lern- und Arbeitsgemeinschaften, welche die Qualität der individuellen Arbeit der Teammitglieder verbessern und Feedback als Mittel des persönlichen Lernens nutzen wollen. Sie funktionieren als kleine arbeitsfähige Gruppen von Lehrpersonen, die den Unterricht für die Schülerinnen und Schüler einer Stufe, eines Jahrgangs und/oder eines Fachs miteinander planen, (teilweise) durchführen und auswerten. Vorrangige Ziele sind, das Lernen von Schülerinnen und Schülern besser zu verstehen und sich mit dem eigenen Unterricht konstruktiv kritisch auseinanderzusetzen. Unterrichtsteams tauschen sich daher über Fragen zur Unterrichtsqualität aus und erarbeiten ein gemeinsames Repertoire an schüleraktivierenden Lernaufgaben, Methoden udn Beurteilungsformen.
 

 6

Kooperative Unterrichtsentwicklung

In Unterrichtsteams lernen Lehrpersonen voneinander, miteinander und füreinander. In kollegialen Weiterbildungen erweitern und vertiefen die Lehrpersonen ihre methodisch- didaktischen Kompetenzen. Ziel dieser
Weiterbildungen ist die Gestaltung eines schüleraktivierenden Unterrichts, der produktiv mit Vielfalt umgehen kann und schüleraktivierende Lernformen bedürfnisgerecht fördert. Erste Vereinbarungen in den Unterrichtsteams und der Transfer in den eigenen Unterricht sind Teile dieser Weiterbildungen. Gegenstand der Weiterbildungen sind jedoch nicht einfach Unterrichtsrezepte, sondern es geht um wichtige Fragen eines kompetenzorientierten Unterrichts: Wie können Lernende produktiv allein und in Gruppen arbeiten? Wie kann die Selbstwirksamkeit der Lernenden gefördert werden? Wie kann ich als Lehrperson alle Schülerinnen und Schüler im Unterricht aktivieren, produktiv zusammenarbeiten lassen und gleichzeitig das soziale Miteinander
fördern? Wie können Lernende gute fachliche Leistungen erbringen und gleichzeitig ihre sozialen, methodischen und personellen Kompetenzen
weiterentwickeln
 

7

Schulführung und Personalentwicklung

Der Schulleitung kommt bei der Entwicklung guter gesunder Schulen eine Schlüsselrolle zu. Sie sorgt für pädagogische Ziele, die sich auf das eigenverantwortliche Lernen und  die Förderung der Schülerkompetenzen auswirken. Sie unterstützt die Zusammenarbeit in Unterrichtsteams und fördert eine Schulkultur, in der Selbstreflexion, Beteiligung und Selberlernen viel Raum einnehmen.
 

8

Schulentwicklung und interne Evaluation

Die Schulleitung sorgt für gemeinsame unterrichts- und lernorientierte Ziele in der Schulentwicklung. Sie fördert den Aufbau einer innerschulischen Feedback- und Evaluationskultur. Lernende und Lehrende erleben die Schule als einen Lern- und Lebensraum, in dem sie sich wohlfühlen und unterschiedlichen Bedürfnissen nachgehen können.
 

Tipp

Im QM-Handbuch finden Sie zu den Elementen des IQES-Modells eine Fülle von Praxismaterialien und Beispielen aus vielen verschiedenen Schulen.